Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Akquise ist wie Pilzsuche

Erstellt von knutpankrath am Freitag 9. September 2011

Demut vor der Realität

Natürlich steht es jedem frei, mittels bevorzugtem Verkehrsmittel den Wald aufzusuchen und vorher öffentlich zu tönen, dass die Beute 2 kg Steinpilze, 4 Parasols und eine krause Glucke sein wird. Allein meine Erfahrung mit atmungsaktivem Sammelbehältnis und ordentlichem Messer ist: Die geplante Vorspeise glänzt schon mal durch penetrante Abwesenheit bzw. befindet sich nicht dort, wo ich entlang schlendere oder verfügt über eine gute optische Tarnung, die meine Augen trotz Brille überfordern.

Für Ihre Akquise: Ein bestimmter Plan mag die Augen für die Suche schärfen, allein eine zu starre Fixierung scheint mir bestenfalls als Quelle für Frustration Sinn stiftend zu sein. Also: locker rangehen und dem Zufall gezielt Chancen einräumen.

Selektion nach Kriterien

Bei Pilzfunden verfahre ich nach einem recht übersichtlichen Regelwerk: Ich nehme nur das an Pilzen mit, was ich vor Ort zweifelsfrei bestimmen kann. Das ist bei Röhrlingen vergleichsweise einfach. Und soweit ich nicht aus großer Neugierde mal ein mir unbekanntes Exemplar näher untersuchen will, schneide oder reiße ich auch nichts aus, was ich nicht zu verwerten vorhabe. Ein schönes Beispiel dafür, dass mindestens eine weitere Prüfung nützlich ist: Der köstliche Steinpilz hat einen optischen Doppelgänger namens Gallenröhrling. Klingt seltsam und schmeckt wie-der-lich. Ein Gallenröhrling verdirbt im Zweifel eine ganze Pilzpfanne.

Bild Steinpilz aus Wikipedia

Bild Gallenröhrling aus Wikipedia

Für Ihre Akquise: Bei vermeintlichem Erfolg ruhig noch mal prüfen, was man sich da geangelt hat…

Wortspielereien

Ich gestehe, dass ich mit diesem Beitrag auch meinen Spaziergang, der frische Luft und sortierte Gedanken bringen sollte (hat bestens geklappt!) ein wenig rechtfertigen will. Schließlich achte ich in gewissem Maße die Konventionen Dritter, dass nur freudloses Belagern eines Schreibtischs als anerkannte Arbeit gilt. 8-)

Mancher Interessent wäre vielleicht gern Kunde. Allein wer auf die eine oder andere Art wie ein Fliegenpilz daher kommt, möge lieber wegbleiben. Was auch unschön ist, wenn man als Auftragnehmer feststellen muss, dass die Aussagen eines Auftragnehmers keinen Pfifferling wert sind. Aber das ist zum Glück noch seltener als Trüffel. Unter Trüffel verstehe ich Kunden, mit denen aus verschiedenen Gründen die Zusammenarbeit reines Vergnügen ist. Wissen Sie, welche Gemeinsamkeit meine Trüffel bisher in Sachen Akquise hatten? Ich sag es Ihnen: Keine mir bislang klar gewordene. Für Ihre Akquise: Seien Sie begründet skeptisch, wenn Ihnen Patentlösungen angeboten werden…

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