Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Aufmerksamkeitsmißbrauch

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 25. November 2010

Inbox E-Mail

In Zeiten, wo ich – wie viele andere auch – mehr e-Mails erhalte, als ich realistischerweise aufmerksam lesen kann, bedarf es unterschiedlicher Signale, mich vom überblättern oder löschen abzuhalten. Der Absender im Sinne einer mir bekannten Person, von der ich wichtige oder zumindest interessante Inhalte erwarte, ist eine Variante. Ein schlagkräftiger Begriff aus der Sphäre meiner Interessen im Titel ist eine weitere Variante, die ich mag.

Was ich gar nicht mag und hier mal beispielhaft benenne:

  • Erhöhung der Priorität der Mail.
    Woher will der Absender wissen, was mir im Moment wirklich wichtig ist? Ich entscheide gern selbst. Und ob das einem Absender wichtig ist, ist erstmal heftigst irrelevant. Eine Nachricht erhält seine Relevanz erst, wenn der Absender z.B. ein Interessent oder Auftraggeber für mich ist oder ich den Inhalt aus anderen Gründen wirklich haben will.
  • Catchy Worthandwerk.
    Verwirrende oder “zufällig” mißverständliche Titel, die damit arbeiten, dass ich etwas erwarte, was dann nicht geboten wird.

Absenderin, Tat und Kritik

Ich erhalte eine E-Mail aus dem Hause news aktuell. Die Mitarbeiter der dpa-Tochter sollten berufsbedingt und aufgrund vorhandener Daten grob wissen, was mich interessiert und wie man das einpackt. Petra Busch trifft bei mir jedoch statt des für mich passenden Tons ein einsnulliges Fettnäpfchen.

  • Die Verwendung des Begriffes Reminder im Titel sehe ich reserviert für Dinge, an die ich ausdrücklich erinnert werden möchte, wozu es eine Aktion meinerseits bedurft hätte.
  • Wäre die Datenbank an entscheidender Stelle präzise, hätte man mich dort als Blogger erfasst. Und ich kenne im persönlichen Umfeld nicht einen Blogger, der sich für einen kostenpflichtigen Dienst zur einfacheren/besseren “Zielgruppenorientierte PR” interessiert. Anziehende Informationen verbreiten sich auf Dauer doch besser als mit Aufwand an bestimmte Menschen losgeschobene.
  • Das mit dem Begriff Reminder signalisiert für mich implizit etwas wie Knappheit durch zeitliche oder zahlenmäßige Limitierung. Irgendwas, wo ich zum Erhalt eines Vorteils schnell sein muss. Nix da, es geht um nicht mehr als einen vermutlich zu jedem beliebigen Zeitpunkt erhältlichen Testzugang zu dem Dienst, den ich als Blogger eh nicht haben will.

Was ich nicht haben will

Ich will nicht aus der allgemeinen Datenbank von news aktuell gelöscht werden. Erhalte nämlich gelegentlich Informationen von da, die ich nützlich finde.

Ich will keine E-Mail erhalten, wo Begriffe wie Mißverständnis oder so drinstehen. Ort einer Auseinandersetzung ist – bitte – dieser Blogbeitrag. Ich moderiere die Kommentare, kassiere aber wirklich nur Spam, groben Unfug und Unflätiges aus.

Ich kann es mir nicht verkneifen, an dieser Stelle @dielibich zu grüßen, die mich möglicherweise in meinem Brummton zur E-Mail versteht.

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