Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Aus Fehlern lernen

Erstellt von gemeinschaft am Mittwoch 27. August 2008

Es gibt sicher Leser, die gelegentlich PR-Texte benötigen. In dieser Gruppe mag es sogar Personen geben, die an einer eigenen Produktion keine Freude haben und gleichzeitig unwillig sind, das dafür eigentlich notwendige Geld für Dienstleister zu investieren. Auf diese Menschen hat es – mehr oder minder scherzhaft – eine Agentur abgesehen, die mit Hilfe eines so genannten PR-Generators helfen möchte. Ich zeige Ihnen folgend den Ausschnitt eines Screenshots vom heutigen Tage, bevor ich ein paar Anmerkungen mache und zum Schluss sogar mit einer kaufmännischen Moral daher komme.

generator.jpg

Anmerkungen

  1. Die von links nach rechts heller werdenden Flächen sollten in dieser Richtung eher dunkler werden, weil die vollere Farbe bei zahlreichen Betrachtern mit “wichtiger” oder “fortgeschrittener” im Sinne eines Prozesses assoziiert werden kann und die Veröffentlichung das primäre Kundenziel ist. Alles davor sind eher lästige Zwischenschritte.
  2. Ein Generator ist vielleicht ein Stück gut geschriebener Programmcode, aber sicher keine Technologie im Wortsinne. Eine sich Full Service online Agentur nennende Firma sollte für meinen Geschmack – auch nur mögliche – Fachbegriffe präzise verwenden.
  3. Nach dem Wort “ermöglicht” fehlt mir ein Komma, welches einen erweiterten Infinitiv mit zu vom restlichen Satz trennt.
  4. Das kundennahe Wort Unternehmensdaten ist falsch geschrieben. Flüchtigkeitsfehler.
  5. Statt “eine Thema” heißt es “ein Thema”. Grammatikfehler.
  6. Statt “einen” Pressemitteilung heißt es “eine”. Grammatikfehler.

Was lehrt uns das?
Ich stelle mich ungern der Diskussion, ob man ein solches Generator-Angebot inhaltlich wirklich braucht. So schwer scheinen mir jedenfalls gängige Portale zur Selbstveröffentlichung von Pressemitteilungen nicht zu bedienen zu sein. Aber das ist nicht mein Thema.

Wenn Sie mit der grundsätzlich erst einmal witzigen Idee eines solchen Generators in die raue Realität des Internet gehen und in diesem auch noch Ihr Geld verdienen wollen, dürfen Ihnen nicht so viele so offensichtliche Fehler unterlaufen. Wie soll das auf potentielle Kunden wirken, für die Sie etwas mit gar nicht so niedrigen Stundensätzen arbeiten wollen? Mir hat sich jedenfalls die Frage gestellt, ob das ein dauerhaft oder temporär sprachlich  minder begabter, ein völlig übermüdeter oder ein lustloser Mensch gemacht hat. Professionell wirkt das auf mich jedenfalls nicht.

Was also tun, wenn Sie ähnliche Ideen haben? Machen Sie an der Idee das selbst, was Sie wirklich können. Suchen Sie sich für alles andere Profis in der Firma, in der Familie oder in Ihrem Netzwerk. Delegieren Sie alles Ihnen Unliebsame oder wenig Geläufige. Steuern Sie das Projekt und setzen Sie die eigenen und fremden Leistungen zu einem Ding aus einem Guss zusammen und gehen DANN an die Öffentlichkeit. Alles andere ist lediglich Gebastel, die im Geschäftsleben oft nicht angebracht ist.

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