Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Backwaren und Kannibalen

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 22. Oktober 2013

Moabit ist quantitativ gut versorgt mit Anbietern von Backwaren. Viele der Aufbackstationen industriell gefertigter Backmischungen mit angeschlossenem Koffeeinheißgetränkausschank sondern dabei zugegebenermaßen Erzeugnisse ab, die nicht so gut schmecken, wie handwerklich entstandenes Backwerk. Die Abstimmung mit den Gesäßen vor und in solchen Einrichtungen scheint den preisbetonenden Designern dieses Businessmodells jedoch Recht zu geben. So weit so traurig.

In der Theorie sollte doch da auch etwas anderes gehen. Ich zitiere deshalb aus dem Arminiusmarkthalle Hallenbrevier vom Herbst 2010, wo Kira Hinderfeld & Christoph Hinderfeld sagen:

Im Fokus des neuen Konzeptes stehen Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit.

Wechseln wir die Perspektive also von Moabit Richtung Markthalle. Seit Jahren gibt es in der Markthalle 3 Anbieter von Backwaren, die sich durchaus gut ergänzen. So gibt es für das Volumengeschäft eine Verkaufsstelle von Thoben. Für eine größere Vielfalt an Brot und Brötchen gibt es den Brotkorb. Und für die Biofraktion die Mehlboxx. So weit so gut.

Nun aber scheinen für mich erneut die Dämme gebrochen, was die Vermietung der Flächen in der denkmalgeschützten Markthalle angeht. Das mindestens mal nicht in erster Linie für Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit stehende Wort Discounter wird angekündigt. Schauen Sie bitte selbst:

Kuchendiscount

nachhaltig? regional?

Und hier kommen wir zur Überschrift zurück. Es wäre vorsichtig ausgedrückt nicht verwunderlich, wenn die Auswahl dieses Mieters das nächste Kapitel der Kannibalisierung der Halle sichtbar aufschlüge. Investor und/oder Hallenmanager Yannis Kaufmann sind damit für meinen Geschmack in der selben konzept- und lieblosen Spur mit absehbarem Ergebnis Downtrading wie die zuvor geschäftsführenden Eigentümer, die damals am selben Standort eine Schlecker Filiale zugelassen hatten.

Schade.

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Ein Kommentar zu “Backwaren und Kannibalen”

  1. Yiannis HD. Kaufmann sagt:

    … es ist sicherlich ein dankbare Aufgabe, den Finger ab und zu mahnend in die eine oder andere Richtung auszustrecken.

    Hier aber geht es ein bisserl am Ziel vorbei, denn bereits seit Jahren ist ein großes Discounterangebot in der Halle vertreten und niemand spricht von Kannibalismus.

    Hier aber ist der deutsche Marktführer bei Fertigkuchen (ein Familienunternehmen) und gleichzeitig auch der Weltmarktführer bei Baumnkuchen und Christstollen mit seiner ganzjährig pruduzierten Warenkollektion (in Geschäftsbereichen vom KaDeWe bis hin zu den alltäglichen Einkaufsstätten auch jenseits der Discounter erhältlich) mit seinem (Werks-)Verkauf angetreten.

    Hochwertigste Ware und die auch noch frischer, als in jedem erreichbaren ‘normalen’ Laden außerhalb der Halle, liegt bereit … mit einer kleinen Schokoguss-Nase als 2. Wahl gekennzeichnet, mit einer marginalen Abweichung beim Gewicht eines Stollens in den Werksverkauf gelangt.

    Wer aus dieser temporären Nutzung eines Bereiches der Markthalle gleich den Niedergang der Einkaufskultur konstruiert, ist auf dem falschen Weg!

    Abgesehen davon kann man von Schlecker halten, was man will … es gab kaum jemals in der Markthalle von Kunden so viel Trauer um einen Laden, wie in der Zeit nach der Schließung von Schlecker. Negativer Populismus oder der an den eigenen Himmel gemalte ‘Dammbruch’ ändern daran nicht und beleuchten eher eine offensichtlich bewusst sehr eingeschränkte Wahrnehmung.