Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Bahn – Lust und Frust

Erstellt von gemeinschaft am Freitag 6. Februar 2009

Es geht hier um zwei Firmen mit in meiner Wahrnehmung unterschiedlichen Kernkompetenzen.

  1. Die kleinere Firma brachte über Generationen spielfreudige Kinder sowie mitmachinteressierte Eltern- bzw. Großelternteile zum träumen, spielen und teilen. Und das ganze z.B. auch im mietwohnungsfreundlichen Maßstab1:87. Die Rede ist natürlich vom 150 Jahre alten Traditionsmodelleisenbahnanbieter Märklin der es schafft, selbst in Zeiten eines Insolvenzverfahrens sympatisch rüberzukommen. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint die Marke intakt zu sein und eher ein Management das Problem darzustellen. Neben zahlreichen anderen Gruppen gibt es in Facebook auch eine namens rettet Märklin!, die für genügend Fans spricht, die zur Heilung beitragen können.
  2. Die größere Firma verfügt über ein verwirrendes Tarifsystem, dass im negativen nur noch vom hypertrophierenden deutschen Steuerrecht übertroffen wird und kann mit modernster Technik im Schnitt nicht pünktlicher sein als vor 100 Jahren mit Trillerpfeife und Blechkelle. Die Rede ist von der offenbar dauerhaft in der Börsenschmückphase befindlichen deutschen Bahn AG. Was die mit ihren treuesten Kunden macht, wie sie öffentlich wahrgenommen wird und was man da erwartet, gipfelt auf kontrastierende Weise mit den im Absatz 1 beschreibenen Lustbahnern in der Facebook Gruppe Mehdorn muss weg! die bereits eine recht zahlreiche Anhängerschaft gefunden hat. Nur noch mal fürs Protokoll: Herr Mehdorn, das offenabr nicht durchdachte Abmahnen von journalistisch aufklärenden Bloggern nenne ich einen digitalen Selbstknieschuss.

Wozu ich die kleine und die große Bahn hier unters Mikroskop zerre? Überlegen Sie mal, ob Sie als Firma alles ökonomisch sinnvolle tun, um eine Fangemeinde aufzubauen, mit der Sie im Zweifelsfall sogar eine Insolvenz überleben oder ob Sie mit einzuelnen Entscheidungen, der Kommunikation oder Ihrem Angebot zunehmend genervte Kunden schaffen, die teils schlicht aus Mangel an Konkurrenzangeboten bei Ihnen bleiben. Und was passiert, wenn das zur Gründung eines schlagkräftigen Konkurrenten führt? Das Licht könnte schnell ausgehen, oder? Hat ja nicht jeder Politiker im Hintergrund, die aus schwer kalkulierbaren Gründen einen Schutzschirm über einen halten, wie der in der Dauerkritik stehende – Achtung Wortwitz – Bahnlenker Mehdorn.

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