Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Blogger gegen Mailspam

Erstellt von gemeinschaft am Freitag 14. September 2007

Welchen konstruktiven Beitrag leisten die Großen der deutschsprachigen Internetindustrie?

Wer sich im Internet bewegt und z.B. auf Blogs und in Foren durch qualifizierte Beiträge etwas zu diesem oder jenem Thema konstruktiv beitragen möchte, exponiert sich freiwillig. Das heisst aber nicht, dass er oder sie mit unnützen und unaufgefordert zugesendeten Werbenachrichten eingedeckt werden will. Bislang werden viele Netcitizens entweder diese Spam Nachrichten per Hand gelöscht haben oder rüsten mit irgendwelchen Filtern oder Programmen auf oder legen sich ständig neue E-Mail Adressen zu oder verraten die wichtigste E-Mail Adresse nur noch Menschen, die sie persönlich kennen. Ich finde das alles bedauerlich, weil es dem Gedanken von Offenheit und Transparenz im Netz zuwidet läuft.

Ich bin an dem Punkt angelangt, wo ich überlege, wie sich die deutschsprachige (Business-)Bloggosphäre aktivieren lässt, um den Spammern das Leben schwer zu machen. Und da ich bereits seit 1986 rund um das Thema Software engagiert bin und zeitweise mein Geld damit verdient habe, gehe ich als erster auf deutsche Unternehmen zu (oder los?), die etwas tun könnten und sollten, um die Spammerei zu minimieren.

Hier folgt(e) eine Liste von E-Mail Absendern, die von nahmhaften deutschen Maildienstleistern stammen. Art und Umfang der von diesen Adressen ausgesendeten Nachrichten lassen – sehr vorsichtig formuliert – die Vermutung zu, dass es sich a) durchgängig um Spam handelt und b) womöglich auch strafbewährte Verstöße gegen deutsche oder europäische Gesetze (z.B. Werbung für Online-Poker) vorliegen. Meine offene Frage an die nunmehr begonnene (inzwischen freiwillig wieder gelöschte) Liste der Maildienstleister: Was gedenken Sie dagegen zu tun?

Die Mails der hier aufgeführten Adressen liegen mir inzwischen nicht mehr vor. Die Liste wird nicht mehr reaktiviert oder ergänzt. Ich werde über Reaktionen der angesprochenen Unternehmen hier in Form von Nachträgen zum Beitrag oder in Form neuer Beiträge berichten.

Lassen Sie bitte meinen Beitrag zu einem Anstoss werden, der im deutschsprachigen Raum aus der Businessbloggosphäre den Spammern und ihren (un)freiwilligen Helfern sagt: STOP.

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Nachtrag 1
Weil es da auch um Mails und verlorene Zeit geht, empfehle ich gern die Lektüre des Artikels digitale Mail-Verstopfung von Klaus Eck.

Nachtrag 2
Ich habe den Text des Artikels im Vergleich zur Ersterscheinung stark und substantiell geändert. Eine Liste vermeintlich untätiger angeprangerter Mailanbieter wurde z.B. gelöscht und damit zusammenhängende Details im Text überwiegend “begradigt”. Warum? Zum einen scheint es nach manueller Recherche zahlreicher gefangener Spam-Mails so zu sein, dass der Dauerbeschuss eines meiner Accounts quantitativ substantiell von einem Anbieter in einem strafrechtlich schwer erreichbaren außereuropäischen Land stammt. Das zusammen mit der eher zurückhaltenden Reaktion der Blogosphäre lässt mich die Aktion einstellen. Auf dem Mailkanal habe ich sogar eher die Frage bekommen, ob nicht schon zu viele “false positives“z.B. von korrekt und mit Zustimmung der Empfänger versendeten Newslettern und anderen Mehrfachaussendungen von den zu gut arbeitenden Filtern der großen Anbieter gekillt werden. Aber auch ohne handfeste Schuldige und das Problem der “false positives” fände ich es gut, wenn es einen schick designten Web 2.0 Spam Killing Service mit konfigurierbaren blacklists und whitelists gäbe, damit nicht jeder Nutzer allein mit dem immer noch vorhandenen Problem da steht… Aber das ist zugegebenermaßen etwas anderes als mein ursprünglicher Vorwurf. Das ist jetzt eher – finde ich jedenfalls – möglicherweise eine hübsche Geschäftsidee. Oder?

Nachtrag 3
Auf Storyboard von Kerstin Hoffman entdeckte ich via RSS-Feed diesen Beitrag zum Thema umfangreicher Mails in Kombination mit tendenziell unwissenden Absendern. Das ist zwar kein Spam im engeren Sinne, verstopft aber auch Eingangsordner, die die eine oder der andere gern schlanker hätte, um dem Gefühl zu kurzer Tage bei zu viel Arbeit seltener ausgesetzt zu sein.

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2 Kommentare zu “Blogger gegen Mailspam”

  1. ms sagt:

    Die entscheidende Info fehlt im Text: kommen die Mails denn auch von den genannten Firmen?

    Falls nicht, dann haben die Firmen nichts damit zu tun und die einzige mögliche Gegenmaßnahme ist ein besserer Filter an Deinem Mailserver.

  2. Blogtrainer sagt:

    Das Phänomen des Spam-Versands über deutsche Provider erscheint mir persönlich nicht allzu gravierend. Hast Du bei diesen mal direkt um Unterstützung gebeten? Es ist natürlich auch denkbar (@ms), dass man den Absender manipuliert und als account bei einem deutschen Provider erscheinen lässt, aber welches Motiv sollte dahinter stecken? Seriosität vorzugaukeln, damit man die Mail öffnet? Viel zuviel Aufwand für die Spammer.

    Gegen Mail-Spam hilft wirklich nur ein guter Spamfilter. Das Problem: Es verirren sich dorthin regelmäßig auch gute Nachrichten, so die tägliche Meldung meines WordPress, wieviel Spamkommentare oder Spamtrackbacks es gefangen hat. Das macht dann mehr Mühe, diese Nachrichten wieder aus der Kiste zu holen.