Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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complicate your life

Erstellt von gemeinschaft am Montag 28. Januar 2008

Dieser knackige Titel des Buchs von Winfried W. Weber erschienen im Verlag Sordon ist nach meinem Erstverständnis Programm und Gegenentwurf zugleich.

Ich setze mein Fazit aus taktischen Gründen gleich an den Anfang, damit mein Scheitern an einer eigentlich einfach geplanten Rezension hinterher nicht mehr so bedeutsam ist: Was ist das für eine Befreiung, dass in der öffentlichen Kakophonie der Weltvereinfacherer, Zusammenhangszer(r)gliederer und sonstiger Simplifizierer endlich wieder jemand zum komplexen Denken, Handeln und zur Offenheit gegenüber der real existierenden komplexen Welt ermuntert.

Habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

hat Immanuel Kant das an anderer Stelle mit Nachwirkungen für Generationen mal benannt und ist dafür zu Recht als großer Denker in den Köpfen vieler Menschen verankert.

Zunächst dachte ich übrigens, eine Auswahl an Zitaten würde den Buchzugang für den Leser erleichtern. Recht wahllos habe ich da folgendes für Sie:

  • Die befreiende Annahme, nichts ließe sich vereinfachen, macht enttäuschungsresistent.
  • Jeder erfahrene Praktiker schätzt die Potenziale des Unaufgeräumten.
  • Mechanische Verhaltensmuster verringern Leidenschaft und Kreativität.

Nach kurzer Zeit merkte ich, dass dieser Ansatz nicht ausreichend sein würde. Der zumindest für mich nicht gerade lineare Aufbau der z.T. recht kurzen Kapitel lässt sich schwer in eine Art Ergebnisprotokoll oder eine sonstige mir bekannte einfache Form fassen. Das spricht dafür, dass man im Buch nicht viel weglassen kann und der Autor seinen Job als Servierer von Essenzen gut gemacht hat.

Somit versuche ich nun, die Menschen zu definieren, die ich als besonders geeignete Zielgruppe (Auch wenn es diese an sich nicht mehr gibt, Bernd.) sehe: Sie fühlen sich gedanklich zuweilen eingeschränkt und es wirkt aufgrund geltender Dogmen und Konventionen vernünftig, sich zu beschränken, nicht weiter zu denken und den eigenen Instinkten nicht mehr zu trauen, die eigentlich verheissen, dass hinter einer der nächsten Ecken etwas Lohnendes zu finden sein könnte. Befreien Sie sich davon und machen Sie, was Sie machen MÜSSEN, auch wenn Sie gerade keine für alle nachvollziehbaren einfachen Begründungen für Ihr Gefühl benennen können. Und wenn für dieses innere Aufstehen noch Anstoß von außen hilfreich ist, dann greifen Sie zu diesem Buch.

Warnung: Die 10 Seiten Anmerkungen des Autors mit Hinweisen auf viele andere kluge Köpfe und deren Bücher könnte dazu führen, dass Sie zu Stapeln spannender und verstörender Gedanken kommen.

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