Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Corned Moutton

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 9. Dezember 2010

Verkostung und Anlass

Durch meine Tätigkeit als digitaler Hausmeister der Arminius Markthalle kenne ich Hans-Gerd Staschewski, der als etwas komplexere Beschriftung einer Schublade für sich “kulinarisch umtriebig” akzeptieren könnte. Er selbst nennt seine Aktivitäten im Bereich Feinkost “Regional + Gut – Begegnungen, die begeistern”.

Eines spätherbstlichen bis frühwinterlichen Tages nun nimmt mich Hans-Gerd Staschewski zur Seite. Er habe etwas für mich. Ich möge doch mal in der Familie testen, ob mir bzw. uns das schmecke. Diesen Vorgang nennt man, wie ich kürzlich hörte, Bemusterung. Also wurde ich bemustert. Schickes Wort das.

Testobjekt

Nach Hause trug ich neugierig ein 150 g Glas mit folgender spannenden Beschriftung: “Corned Moutton von der Diepholzer Moorschnucke“. Die sprachliche Anlehnung an Corned Beef fand ich schon mal hilfreich, um mich dem geschmacklichen Thema zu nähern. Denn Corned Beef kannte ich schon – von industriell lieblos bis handwerklich lecker hergestellt.

Testaufbau

Als Amateurtester, der von Ritualen und Prozessen des professionellen Probierens wenig Kenntnisse besitzt, habe ich einfach mal ein paar Annahmen getroffen, aus der sich mein persönliches Test-set-up ergeben hat.

  • Moorschnucke erwartete ich fetthaltiger als Rind.
  • Moorschnucke erwartete ich insgesamt kräftiger im Grundgeschmack als Rind.

Somit habe ich neben dem Musterglas noch ein Brettchen, ein Messer und Kürbiskernbrot auf den Tisch gepackt. Und zwar schon händisch vorgeschnitten eine Scheibe Brot sowie den mit Kürbiskernen gut vollgepackten Kanten.

Testergebnis

Die wichtigste Erkenntnis für mich war: lecker. Danach könnte ich versuchen, das mir nicht geläufige Vokabular professioneller Tester und Food Journalisten aufzugreifen oder nachzumachen. Das fände ich aber albern. Also geht es weiter so, wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Der Brotaufstrich war weniger fetthaltig, als ich mir das zunächst vorgestellt hatte. Auch der zuweilen bei Schaf vorhandene “Stallgeschmack” kam mir nicht an den Gaumen. Sollte ich den Unterschied des Corned Moutton zu einem guten Corned Beef beschreiben, hätte ich folgenden sanft hinkenden Vergleich im Angebot: Beef zu Moutton verhält sich in einer Geschmackswahrnehmung für mich etwa so, wie ein “normaler” Schinken zu einem mittelstark ausgeprägten Serranoschinken. Das bezieht sich auf den Geschmacksfaktor “wild”.

Nette Nebenerkenntnis: meine 3-jährige Tochter hat sich auch einen Bissen des Brotes erbeten und mit Vergnügen verputzt. Und: Die Scheibe des mittelkräftigen Brots passte für mich besser als der Kanten mit seinen zahlreichen kräftigen Kürbiskernen.

Testerfragen

Ich habe mich gefragt, wie man wohl die Balance aus ausreichend aber nicht zu viel Fett im Sinne des Geschmacksträgers zu Fleisch hinbekommt. Das unterscheidet vermutlich gute von weniger guten Herstellern. Und im Sinne bewusster Ernährung, die die eine oder der andere leben möchte oder muss habe ich mich noch gefragt, wie wohl – über den Daumen – die Nährstofftabelle des Produkts aussähe.

Quelle

Wer das Produkt erwerben mag, kann dieses auf jeden Fall schon mal hier im Internet tun.

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