Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Das Stöhnen einer Laterne

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 24. April 2014

He.

He, Sie da.

Sie leben und konsumieren bewusst im Rahmen bestimmter Parameter wie Bequemlichkeit, Einkommen und der jeweils neuesten durchs Dorf getriebenen Sau? Fein. Tierschutz? Sowieso. Ökostrom? Yep. Aber die Existenz von Laternen und deren Kummer im Alltag hat Sie wohl noch nie gerührt. Ich prangere das an.

Ich bin eine Laterne. Ich stehe in der Stromstraße in Moabit. Sagen Sie jetzt nichts Unüberlegtes. Ich mag meinen Standort. Hier ist immer was los und ich kann vielen Nutzern von Straße und zugegebenermaßen etwas gammeligem Radstreifen leuchtend zu Diensten sein. Deswegen bin ich in die große Stadt und nicht aufs Land gegangen.

Aber nun ist das Maß voll. Ich werde derzeit rücksichtslos mit Pappklapplingen vollgehängt und wirke dadurch pummelig, unaufgeräumt und lenke anscheinend Verkehrsteilnehmer ab. Ich habe mir das menschliche Konzept von Sprache, Werbung im allgemeinen und Werbung für Politik im speziellen erläutern lassen. Ehrlich gesagt mag ich es nicht, wenn mir Menschen einen Vogel zeigen, weil andere Menschen Werbung für Dinge machen, die fast keiner mag. Das ergibt doch keinen Sinn. Kann bitte mal jemand von der Laternenkörperpflege diese Pappdinger vorsichtig entfernen? Das wäre schön. Dann versuche ich auch gern, genauso toll zu leuchten wie sonst und weniger Strom dabei zu fressen. Versprochen. Großes Laternenehrenwort!

höffi

börps, Möbel, börps

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