Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

denkbarer Trend Verbotsmarketing

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 18. September 2008

In Zeiten tele(un)visionär abgefilmter und – hier kommt (m)ein Qualitätsproblem – ausgestrahlter Supernannies, Sozialfahnder, Schuldenberater, Restaurantkritiker sowie -umkrempler und sonstiger Menschen mit gewisser Dudu-das-macht-man-doch-nicht-oder-anders-Attitüde möchte ich dazu aufrufen, das gehypte Thema des wedelnden Zeigefingers konzeptionell und intelligent aufzugreifen. Sie denken, das sei geklaut und es gäbe keine Chancen, damit einen Blumentopf zu gewinnen? Hier liegen Sie so falsch, dass ich mich hier hinstelle und sage: Lernen Sie doch von denen, die seinerzeit kein Budget für Werbung hatten und mit einer klaren Position erfolgreich wurden. Beispielsweise von Künstlern, die sich in Texten etwas getraut haben. Ob das jeweils echte Positionen im Sinne ernst gemeinter Aussagen waren oder doch nur eine Pose eingenommen wurde, spielt für uns keine Rolle. Ich benenne mal ein paar Beispiele und versuche mich dann an einer These.

  • “Ich möchte nicht, dass Ihr meine Lieder singt” (Jan Delay) Hat ordentlich viele Platten davon verkauft.
  • “Kill your Idols” (ein Bandname)
  • “Komm wir lassen uns erschießen” (Ideal) Der seinerzeitigen Sängerin Annette Humpe geht es gut.

Natürlich war keine dieser verbalen Aufforderungen wirklich ernst gemeint, aber sie schafften womöglich etwas über übliche Sprachprovokationen hinaus: Man könnte sie als Vorläufer für ein Verbotsmarketing heranziehen. Was könnte die Kernbotschaft eines Verbotsmarketings sein? Schaffe eine solch starke und auffällig Aussage, daß die erreichten Rezipienten sich schnell entweder klar solidarisieren (Spiralkraft 1) oder aber die Botschaft klar ablehnen (Spiralkraft 2). Im besten Fall ergeben sich daraus Kommunikationsprozesse, die sich gewaltig verstärken können.

Bevor ich Sie und mich vor weiteren Überlegungen um den Knalleffekt des Beitrags bringe, starte ich eine Wette:

Ich wette, daß kein(e) LeserIn in der Lage ist, einen handwerklich arbeitenden  Betrieb dazu zu bringen, auf bblogs.de wenigstens 6 Monate lang ein kostenpflichtiges Businessblog zu führen. Ich würde den handwerklich arbeitenden Betrieb ohne Berechnung von Beratungsstunden in dieser Zeit mit Rat und Tat begleiten. Sollte ich die Wette verlieren, würde ich auf diesem Blog über ein Thema einen Beitrag schreiben, daß die vermittelnde Person mir vorgeben kann.

Die Wette gilt bis zum 30.11.2008.

Ist dieser Versuch zur Gewinnung eines ganz besonderen Kunden moralisch einwandfrei? Ist das Angebot eines [thematisch] bestellbaren Artikels journalistisch sauber? Sollte ich mir über die mögliche Aufregung da draußen einen Kopf machen oder besser schon mal siegesgewiss überlegen, was ich am 1.12. schreibe, wenn ich die Wette gewonnen haben werde?

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