Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Der Chef-Faktor

Erstellt von knutpankrath am Montag 28. Februar 2011

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei meiner mal wieder etwas anderen Rezension des Buchs “Der Chef-Faktor” von Robert I. Sutton, welches im Hanser Verlag erschienen ist.

Sprache

Natürlich verfügt der herausgebende Hanser Verlag über das Wissen, wer ein vermutlich auch im englischsprachigen Original im gebildeten Plauderton verfasstes Werk ins Deutsche bringt. Getan hat das für mich überzeugend Anne Emmert. Interessant empfand ich meine Wahrnehmung, dass aus einem Thema ähnlich einem Teig durch Kapitel und Abschnitte eigenständige Backwaren produziert werden sollen. Es mag meiner teilweise unruhigen Leseumgebung oder anderweitiger Ablenkung geschuldet sein, dass ich im Kopf immer wieder Zweifel an diesem Zerlegen einer Gesamtheit zur Erzeugung besserer Lesbarkeit wahrnahm.

Inhalte

Die Verteilung des zu Sagenden in 2 Teile, in denen sich sehr ungleiche Zahlen von Kapiteln finden, halte ich für sagen wir mal erstaunlich. Das mag gern irgendwo Mode oder gar üblich sein, ich konnte mich damit nicht ganz anfreunden.

Abgesehen von dieser Auffälligkeit in meiner Wahrnehmung habe ich so viele Aspekte der Fragestellung “guter Chef sein? Ja. Aber wie?” beantwortet bekommen, dass ich das Buch als gelungenen Versuch sehe, ein vollständigen Bogen zu schlagen. Die gefühlt durchgängige Belegung aller theoretischen Aussagen mit Praxisbeispielen hilft vermutlich, den Stoff auch solchen Menschen näher zu bringen, die ihn wirklich benötigen. Chefs oder deren Mitarbeiter. Ich bin recht glücklich, dass beides derzeit nicht meine Position ist.

Einordnung in den Buchmarkt

Als Wenigleser im Papierbereich unter Viellesern dieses Genres kenne ich einiges nicht, was bei der gewählten Überschrift eigentlich fundiert vorhanden sein sollte: Anzahl von Buchtiteln im selben Markt, Verteilung auf Verlage und sonstige Kriterien. Trotzdem wage ich mich, eines anzumerken: Wie kann es sein, dass unter Büchern einer gewissen Qualität in fast massenkompatibel einfacher Sprache im Land der Dichter und Denker samt vielen Erfindungen in der Buchproduktion ausgerechnet wieder ein Amerikaner so etwas vorlegt? Oder sind die Damen und Herren von da drüben einfach nur einfacher zu vermarkten als etwas kantigere Typen aus unseren Breiten?

Eine passendere Einladung zum Diskurs finde ich eh nicht mehr. Also fühlen Sie sich bitte eingeladen, per Kommentar mitzureden, wenn Sie mögen.

Verwandte Beiträge