Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Diskriminierung durch Preispolitik?

Erstellt von knutpankrath am Montag 9. Mai 2011

Berlin Hauptbahnhof

Der zu einer konturarmen – weil vollständig austauschbaren – Shoppingmall mit Transportanschluss hypertrophierte gute alte S-Bahnhof Leehrter Stadtbahnhof ist funktionell vermutlich ein Erfolg. Das soll uns hier aber nicht interessieren. Meine Sprachwahl mag übrigens so wirken, als möge ich das Gebäude nicht, aber auch das ist belanglos.

Mietermix

Ob der Miethöhen und anderer Kostendetails für Mieter kann ich nur wüst spekulieren, was unredlich wäre, umfänglich recherchieren, was ich nicht mag oder etwas unterstellen, was als Arbeitsthese zunächst ausreichen mag: Die Ansiedlung im Berliner Hauptbahnhof scheint eher sinnvoll zu sein, wenn man entweder Schnelldreher im Sortiment hat oder relativ hohe Margen in seiner Warengruppe erzielen kann. Somit fallen Fachgeschäfte und Familienbetriebe in der Tendenz raus. Warum das wichtig ist für den Beitrag? Weil der echte oft inhabergeführte Mittelstand das von mir bemängelte Verhalten ob ethischer Standards vielleicht unterließe.

WC-Center

Das WC-Center im Hauptbahnhof Berlin wird von einem Unternehmen betrieben, welches mit der Hering Bau GmbH & Co. KG über den Familiennamen sowie die ersten beiden Ziffern der Postleitzahl verbunden zu sein scheint. Diese beiden Details konnte ich mir ohne Notizmöglichkeit vor Ort den Tag über merken.

Was hat mich dort erst verwundert und dann aufgeregt?

  1. Über den Preis von 80 Cent für das Aufsuchen einer Toilette kann man je nach Sicht der Dinge mit guten Argumenten streiten. Dieser Preis gilt sowohl für Damen als auch für Herren
  2. Der Preis gilt aber NICHT für das Aufsuchen der behindertengerechten Toilette. Hier werden mit 100 Cent 25% mehr aufgerufen als für eine Standardtoilette.

Ist das etwa üblich in Deutschland? Für mich fühlt sich das ungut an. Vorsichtig ausgedrückt scheinen mir die 80 Cent bereits so auskömmlich kalkuliert, dass es ein gutes Zeichen von Gleichbehandlung oder Solidarität wäre, gleiche Preise für gleiche Funktionen aus Sicht der Nutzer einzufordern. Was meinen Sie dazu?

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Ein Kommentar zu “Diskriminierung durch Preispolitik?”

  1. maree sagt:

    Spontan fallen mir drei Aspekte ein, warum das behindertengerechte Separé in der Keramikabteilung überdurchschnittliche Kosten verursachen könnte:
    1. sollen diese Kabinen immer noch gerne unter Hinterlassung entsprechender Utensilien für sachfremde Zwecke genutzt werden – der höhere Preis könnte insoweit einen Lenkungszweck verfolgen. Die Lenkungsfunktion würde mit 20 Cent Unterschied aber kaum erreicht, und es gäbe einen Zielkonflikt mit meines Erachtens falscher Lösung;
    2. sollen diese Kabinen einen höheren Verschmutzungsgrad aufweisen, der den höheren Preis rechtfertigen könnte. Mangels Kenntnis vermag ich das nicht zu beurteilen;
    3. sind die Errichtungskosten der behindertengerechten Abteilung deutlich höher als beim Rest der Einrichtung – größere Fläche und Sonderausstattung zeigen das deutlich, und die baukostentreibende Wirkung dieser Quadratmeter ist mir konkret bekannt. In diesem Falle schiene mir indes die kalkulatorische Berücksichtigung der Errichtungskosten im gesamten Preistablau naheliegend: das bisschen Umverteilung halten die vielen Nichtbehinderten aus und entlasten so die Behinderten, deren Alltag von manchen Hürden geprägt ist.