Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Einfache Punkte oder dickes Brett?

Erstellt von gemeinschaft am Montag 10. November 2008

Heute Abend bin ich wie so oft über verschiedene qualifizierte Blogbeiträge gestolpert, die eine inhaltliche Würdigung durch einen sinnvollen Kommentar oder eine aufmunternde Verlinkung verdient haben. Wollte ich nah am Trend nur eine Hand voll Leser an gutem Ort abholen und auf deren Weiterlesen hier hoffen, wäre wohl Barack your Business – Was Selbständige von Obame lernen können erste Trackback-Wahl. Es ist wohl offensichtlich, warum das Thema derzeit einfach und nahe liegend ist. Und dessen Autor Peer Wandiger steht immer wieder für gut lesbare und informative eigene Sichten auf Dinge, die man vielleicht schon wußte, aber bislang noch nicht so auf den Punkt gebracht hat. Also Dank an ihn und Glückwunsch dazu, das Thema professionell und erfreulich unplump genutzt zu haben.

Leider aber gibt es mal wieder einen nicht ignorierbaren Schmutzwurf aus der Ecke sogenannter Qualitätsjournalisten, die für meinen Anfangsverdacht entweder schlecht recherchiert oder ignorant oder mit üblen Motiven bloggerwärts pöbeln, auf dass mancher, der seinen klugen Kopf nicht hinter einer bestimmten Zeitung verbergen muss, sich meiner Meinung nach zu recht fragt, was denn da nun wieder los ist. Hintergründe in knackiger Form bietet u.a. Martin Oetting hier an. Beim Namen Richard Wagner und aus dem Lager der selbstdefiniert Arrivierten vermeintlich Richtung Prekariat zu keilen, verlockt zu historischen Fragen: Macht der Name Richard Wagner womöglich unbewusst elitegeil? Und will man ein glücklicherweise untergegangenes 1000jähriges Unrechtsregime und eine fleissig am Untergang sägende Zeitung überhaupt als Eliten anerkennen?

Mal für mir eher unsymptatische antiBlogger oder bislang uninformierte mir eher sympatische Lernwillige unter den Lesern dieses Beitrags:

  1. Es gibt eine große und erfreulicherweise wachsende Zahl teil- bis vollprofessionell geführter Blogs, die mir und anderen die Möglichkeit bieten, mich zielgerichtet über viele spannende Nischenthemen zu informieren, die die großen Medientanker nicht verstehen, ignorieren oder aus sonstigen Gründen nicht anfassen mögen.
  2. Ich glaube daran, dass viele handwerklich ordentlich arbeitende Blogger mehr Wert auf ihre Unabhängigkeit legen, als sich mancher käuflicher Berufsmeinungshändler und -vertreiber welcher politischer Couleur auch immer auch nur vorstellen kann.
  3. Zur herrenmenschlich gedachten Kette Journalist – Publizist – Blogger mag ich mich nur dahin gehend äußern: Passen andere “knackige Zitate” des sich elitär fühlenden und gebärenden Herren in eine Richtung, die Leser und Mitbewerber ignoriert oder herabwürdigt? Gibt es eigentlich ein zentrales Journalistenwatchblog, das sich z.B. von abgeordnetenwach.de oder ähnlichen Projekten etwas abschauen mag?
  4. Die von Richard Wagner gewählte Überschrift “Lauter Blogwarte” mit seiner gewollten oder zumindest für mich blöden bis geschmacklosen Anlehnung an den politisch besetzten Begriff der Blockwarte ist entweder intellektuelle Klowand (Anspielung an von Matt vs. blogosphäre) oder zündelnd.

Habe ich den Bogen hinbekommen? Ich hoffe es mal wieder. Die Moral nochmal in brachial? Wenn Sie als Nachrichtengeber im weitestens Sinne etwas zu sagen haben, tun Sie es lieber charmant und präzise als verletzend und ungeschickt. Und überlegen Sie sich, ob Sie als Medienkonsument Ihren “Qualitätsmedien” weiter alles durchgehen lassen, was eigentlich nicht mehr in Ordnung ist. Oder beginnen Sie auch im hohen Alter von über 35, ein paar RSS-Feeds hier und da zu abonnieren. Sie werden staunen, wie schnell Sie auf bestimmte gedruckte Medien verzichten können, ohne auch nur einen Deut schlechter informiert zu sein.

  1. Das Eigentor von riw hat Lanu den Beitrag Printjournalisten sind traurige Trolle entlockt. Die Kommentare zu ihrem Beitrag vereinen einigen z.T. hübsch skurrilen Humor. Ein wenig schade ist es beinahe, dass manchem die Mehrfachbedeutung des Begriffs Trolle abgehen wird.

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