Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Elternkrankheiten

Erstellt von knutpankrath am Mittwoch 2. Januar 2008

Untertitelt wird das durch und durch amüsante und lehrreiche im Knaur Verlag erschienene Buch von Nina Puri und Susanne Kaloff mit “Der große Ratgeber” sowie “Geschickt vorbeugen – Messerscharf erkennen – Erfolglos behandeln”.

Die Verpackung verspricht offensiv jede Menge sprachlichen sowie optischen Spaß plus das Vorhalten eines Spiegels in Richtung aller Betroffenen und ist hervorragend geeignet, sich selbst und andere Eltern mit ihren kleinen Macken zu ertappen. Dabei verwendet das umfangreichste Kapitel mit einer alphabetischen Listung der bislang zusammen getragenen Elternkrankheiten von Abnabelung bis Zwergfell ein flexibel aber gut wiedererkennbares Schema. Das kennt man zum einen aus der Durchformatierung einstmals inhalts- und anlassorientierter Radio- bzw. Fernsehprogrammgestaltung und ermöglicht es auch Eltern mit einem gewissen Mangel an Schlaf, sich die Inhalte häppchenweise zuzuführen.

Da ich es mit der Zitiertiefe des Buchs nicht übertreiben mag, deute ich das verwendete Muster mit einer selbst beobachteten Elternkrankheit an:

Bloggeritis | lat.: pappa klappa gaga

Beschreibung: Ungeachtet der sicher vorhandenen intellektuellen Fähigkeit, die Sprachkenntnisse seiner 4-monatigen Tochter einigermaßen realistisch einzuschätzen (aaaaaaaaaaah – üüüüüüüüü – üüüüü), bricht sich diese Erkenntnis nicht immer Bahn.

Mögliche Symptome: Mit der sanft sabbernden und brabbelnden Tochter auf dem Knie versucht der einhändig auf der Tastatur hackende (versuchen Sie mal einhändig “@”) Vater, offene Fragen ob der Formulierung eines Blogeintrags oder zu den Feinheiten einer Angebotsmail mit seiner Kniereiterin zu besprechen. Diese ist in der Regel an der Lösung solcher Tertiäralbernheiten desinteressiert.

Folgen: Eine vollgesabberte Kinderhaltehand, 30% mehr Schreibfehler als sonst, Verlust des Gefühls für Zeit und Raum.

Behandlung: Gelegentliches Entsabbern von Körper und Kleidung, auf die Fehlertollerantz der Leser hoffen, Kind dem anderen Elternteil übertragen und alles Liegengebliebene schnell mal in der Nachtschicht aufarbeiten

Bevor ich den guten Eindruck durch Anlehnung an die Form des Buches wieder verspiele, schließe ich den Rezensionsteil dieses Beitrags mit einem Warnhinweis für alle, die nur ablachen wollen: Achtung! Das Buch enthält stets in humorvoller Form fairpackte Inhalte, die Ihnen plötzlich die Augen für den einen oder anderen Eigenschaden öffnen können. Halten Sie am besten stets eine Ihnen wirklich liebe Knabberei oder ein trostfähiges Getränk zur Lektüre bereit.

Und was könnte das alles dem businessbloggenden Publikum sagen? Beispielsweise könnten Sie sich Gedanken machen, ob eine Verpackung Ihrer Inhalte in bestimmte sprachliche Formen oder die Visualisierung in einem bestimmten Stil eine Maßnahme sein kann, Ihr Blog mit einem höheren Wiedererkennungswert zu versehen.

Geistig verwandt mit diesem Buch ist übrigens auch das von mir besprochene Papa ist die beste Mama.

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