Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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EM-Fieber

Erstellt von gemeinschaft am Mittwoch 4. Juni 2008

Sollten Sie sich mit der Hoffnung auf Neues zur UEFA Fußball Europameisterschaft 2008 hierher verirrt haben, muss ich eines gleich klarstellen: Es geht hier nicht um diese Veranstaltung und ich will auch nicht den Eindruck erwecken, als verfügte ich über irgendwelchen Rechte zur kommerziellen Nutzung bestimmter markenrechtlich geschützter Elemente. Außerdem ist es eine Veranstaltung, die je nach Betrachtungswinkel privates Vergnüßgen oder Verdruss bereitet. Und wir sind hier ja auf einem Businessblog.

Es gibt jedoch einen Aspekt, der für die Kommunikation interessant ist, den ich hier ein wenig beleuchte. Erinnern Sie sich noch um geradezu hysterische Diskussionen darüber, ob bei der FIFA WM 2006 andere Biersorten als die eines Großsponsors ausgeschenkt werden darf; oder um den juristischen Holzhammer, der auch gegenüber Kleingewerbetreibenden herausgeholt wurde, wenn die z.B. neben ihrem normalen Sortiment plötzlich WM-Brötchen oder andere mit Assoziationen zur Veranstaltung arbeitende Produkte oder Dienstleistungen anpriesen?

Wo ist da eine für alle normal denkenden und handelnden Menschen erkennbare Grenze? Und wie kann man sich das Spiel an dieser Grenze zu Nutze machen? Ein großer Elektro-Einzelhändler mit enervierend lauter Werbung und ruhestörendem Großbudget für TV-Werbung spielt nach meiner Erinnerung in einem TV-Spot zum Beispiel mit dem Wort Empfehlung. Oder sollte ich sagen EM pfehlung? Die Anlehnung an das mediale Großereignis ist für normale Menschen klar ersichtlich; ob das bereits juristisch greifbar ist, überlasse ich lieber Menschen mit sattelfester juristischer Ausbildung wie z.B. den Lawbloggern.

Was also können normale Unternehmen ohne Hang zum Risiko einer juristischen Auseinandersetzung tun? In ihrer Kommunikation mit Sprache spielen / arbeiten! Was ich z.B. noch besser machen möchte und ich in die gedankliche Nähe zum Thema Fußball setzen könnte, ist folgendes:

  • EM phase
    Natürlich sehe ich in Businessblogs ein gutes Werkzeug, um Dinge mit Nachdruck an eine Vielzahl von Lesern zu kommunizieren. Und gelegentlich sollte man eigene Aussagen z.B. auf einer Webseite ausmisten, präzisieren und somit die Nutzbarkeit für den Leser zu verbessern. Und das tut man vielleicht besser mit der selben Leidenschaft wie ein Fußballverrückter als wie ein langweiliger Funktionär.
  • EM pathie
    Gelegentlich ertappe ich mich dabei, dass ich so überzeugt bin, dem Kunden mit vorhandenen Lösungsansätzen ein perfektes Angebot machen zu können, dass ich vielleicht nicht so offen und geduldig zuhöre, wie es nötig wäre. Das ist nicht sonderlich klug, weil so tendenziell nicht die beste Lösung entsteht und ich nichts dazu lerne. Genau das wird mich aber in Zeiten dauerhaften (iterativen) Lernens erfolgreicher machen als andere. Wie ist das bei Ihnen? Laufen Sie immer dahin, wo Ihr Interessent den Gesprächsball hinspielt?
  • EM otion
    Es gibt immer noch die Mär, Interessenten würden durch längstmögliches Aufzählen von Vorteilen oder Nutzenaspekten zu zufriedenen Kunden. Das ist falsch und gefährlich. Gerade Freiberufler, Freelancer und kleine Unternehmen verkaufen so gut wie immer etwas davon mit, ob der Interessent einen riechen kann oder nicht. Wenn Sie also eher extrovertiert sind, lassen Sie es raus und wenn Sie mehr der nach Innen gewandte Mensch sind, kommunizieren sie das. Nur so werden die Menschen zueinander finden, die dauerhaft fruchtbar zusammen arbeiten können.

Nachdem ich mit Verwunderung in einem gängigen Wörterbuch gesehen habe, dass es gar nicht so viele mit EM beginnende Wörter gibt wie ich zunächst dachte, gebe ich zurück zum Sport. 8-)

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