Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Grün traf start-ups

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 26. Mai 2015

Bei Heinz Erhardt zerfielen Dinge schon mal in die Teile A wie Anfang, B wie Bause und C wie darauf curückkommen. Ein wenig ähnlich habe ich die Veranstaltung der Grünen im Rathaus Tiergarten wahrgenommen, auf die ich via Lucas Gerrits stieß.

Als überzeugtes Nichtmitglied politischer Parteien habe ich dabei die Parts Gruppenfolklore, Inhalt und Dialektik der Frage ausgemacht. Drolligerweise ist das eine Aufteilung, die ich auch in anderen Veranstaltungen schon beobachtet habe, wo jemand die spannenden Inhalte einer Idee wie einem Parteiprogramm, einem Glauben oder einer anderen übergeordneten Idee unterordnet.

Gruppenfolklore

Begrüßung, Fragen zu Tagesordnung, Protokollen sowie einige kurze Berichte zeigen auf spezifische Weise, wo ich mich befunden habe. Das war ein interessanter Einblick, der auch Außenstehenden wie mir gewährt wird. Das hat zwar teils Längen, war aber auf eine angenehme Art so transparent, wie ich mir auch andere Bereiche der Politik wünschen würde. Wenn ich meine bisherige Lebenserfahrung zum Maßstab nehmen darf, ist dieser Trend a) erfreulich, b) mächtig und c) hoffentlich nicht mehr umkehrbar.

Inhalt

Lucas Gerrits bot einen kurzen, knackigen Impulsinput, der auch im Thema weniger geübten Menschen die Chance eröffnete, das Folgende einsortieren zu können. Sehr hübsch. Die im Inhaltsteil gut vorbereitete Moderation des Podiums teilte Lucas Gerrits sich mit Alexandra Kohl. Als Protokollant hat mich Verlauf noch nie so wie Ergebnis interessiert. Das wird an anderer Stelle bestimmt auf die eine oder andere Art folgen. Von den 3 Podiumsköpfen hörte ich überwiegend Erwartetes, wenn ich mir die Komposition des Trios anschaue. Ramona Pop war für mich näher als erwartet am Vokabular und den Mechanismen dran, die für start-ups relevant sind. Lukas Kampfmann hatte neben handfesten Beispielen und einem Pitch auf das Wachstum seines Babys auch eine klare Position im Gepäck, die so etwas wie Ausstrahlung der Stadt als Gesellschaftsaufgabe und politischen Auftrag zur rahmengebenden Gestaltung ausdrücklich als Teil des Puzzles anerkannte. Und dann war da der mich inspirierende David Holetzek. Er sprach Dinge so gelassen und offensichtlich gut reflektiert an, dass ich vor dem Hintergrund meiner eigenen Vita (bunter Lebenslauf, durch Kinderpause schon etwas älter und trotz Bedenken über das System immer noch Juror beim BPW) überlegte, wie ich das denn anstellen soll, mit dem mal auf einen Kaffee plaudern zu können. Irgendwer muss ja auch hinter Gründern fürs Funktionieren sorgen…

Dialektik der Frage

Als nur noch das Wort Fragen als Folie an der Wand prangte, kam wieder mal das, was mich über die Jahre immer öfter aus Veranstaltungen getrieben hat. Bei gefühlt 20 Fragen gab es in 80% der Fälle mehr oder weniger lange Koreferate, denen der Höflichkeit oder Konvention halber eine Frage untergeschoben wurde. Ich träume dann – Kopfkino an – immer wieder von Moderationswurfgeschossen in weich, halbfest sowie hart in den Gewichtsklassen leicht, mittel und schwer und deren Einsatz nach klaren Regeln. Aber das mag meine Minderheitsmeinung sein. Wenn 10 Leute sich jeweils 30 Sekunden kürzer fassen, hätten die 3 Podianten noch 5 Minuten mehr gehabt, was ich gemocht hätte.

Fazit trotz meiner Einschränkung durch vermutlich unvermeidbare Formalitäten: Wirklich interessant auf den Ebenen Inhalt und Form. Danke also für den Hinweis auf die gute Veranstaltung, Lucas!

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