Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Guerilla-Marketing mit Open-Source-Tools

Erstellt von gemeinschaft am Mittwoch 21. Mai 2008

So heisst ein Buch von Sascha Langner und Holger Reibold, das im Verlag bomots.de erscheint und für 19,80 Euro zu haben ist. Der Verlag trägt den Claim Professionelles Linux- und Open-Source-Know-How auf dem Schild und gab dem 250-Seiter noch den Untertitel Erfolgreiches Marketing mit schmalem Budget und frei verfügbaren Werkzeugen auf dem Weg zu den Lesern mit.

Einschub in eigener Sache: Um Rezensionen noch nützlicher für Sie als Leser zu machen, habe ich wiederkehrende Kategorien von Aussagen in Form von den text unterteilenden Grafiken gekennzeichnet. Sie finden die Besprechung nunmehr strukturiert nach  positive Aussagen (Plus), kritischen Anmerkungen (Minus), offen gebliebenen Punkten (Frage) sowie zusammenfassenden Aussagen (Summe). Sollte sich diese Form bewähren, wird sie so beibehalten oder ggf. weiter entwickelt.

Plus

  • Die Autoren haben mit der vorgestellten Programmauswahl sowie den meist genannten Alternativen eine wirklich große Fleissaufgabe bewältigt, die für viele Leser sehr nützlich sein dürfte. Diesen Punkt müsste ich eigentlich beinahe in größerer Schrift setzen, damit er bei den vielen folgenden Kleinigkeiten nicht untergeht.
  • Es wird schnell klar, dass beide Autoren über eine große technische Expertise verfügen und die besprochenen Systeme sicher jederzeit zum Laufen bekämen.

Minus

  • Mir kommt der kaufmännische Part gelegentlich etwas zu kurz oder nicht prägnant genug heraus gearbeitet. Das betrifft beispielsweise die Herausstellung des NUTZENS im Hinblick auf die Ziele des Lesers. Möglicherweise ist das meiner Sicht als BWLer geschuldet, der sich jahrelang im Softwaremarkt getummelt hat.
  • Ich habe den Eindruck gewonnen, dass zuviel Raum für “how to get started” verwendet worden ist. Gemäß der Softwareentwicklerdevise “write once use many” wären mir an Stelle seitenlanger Aufsetzroutinen Verweise auf Nutzerhandbücher oder strukturierte Aussagen über die Existenz einer Dokumentation für Administratoren, Gelegenheits- und Vielnutzer lieber gewesen.
  • Gelegentlich wurde mir die Verwendung nicht erklärter technischer Fachbegriffe (für mich fast schon Technikjargon) zu deftig. Oder wissen Sie, was der Fork eines bestimmten Softwareprojekts ist?
  • Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass die Kapitel sprachlich ein wenig mehr aufeinander abgestimmt daher kämen. Die vermutlich strikte Arbeitsteilung der Autoren nach Kapiteln ohne harmonisierende Bearbeitung lässt das vielen Leser liebe Gefühl eines Buchs “aus einem Guss” für mich zu eingeschränkt aufkommen.

Frage

  • Um wie viel wertvoller wäre das Buch wohl, wenn für die vorgestellten Programme bei durchschnittlicher Nutzung so etwas wie die total costs of ownership skizziert würden. Denn lizenzkostenfrei bedeutet gerade für Unternehmen mit kleinerem technischen Know-How eben nicht unbedingt günstiger als eine “kommerzielle” Lösung.
  • Mir ist die Verwendung des sicher hippen Begriffs Guerilla-Marketing im Titel ein wenig unklar geblieben. Könnte es nicht genauso Gründermarketing oder KMU-Marketing heissen?
  • Ich frage mich, warum ein Buch, das inhaltlich irgendwo zwischen Techniker und Kaufleute zielt, zumindest in dieser Auflage auf ein ordentliches Glossar verzichtet.

Summe

  • Das Buch bedient sowohl eher kaufmännisch denkende Leser, die zu ihren Ideen und Zielen die passenden Werkzeuge suchen als auch eher technisch veranlagte Leser, die vielleicht die Anregung benötigen, was man machen kann, um ein eigenes Produkt oder Projekt zu promoten. Das allein ist ein großes Verdienst, das viele verkaufte Exemplare wünschen lässt.
  • Falls ein Leser sich mit dem Buch die i.d.R. zeitintensive Recherche für eine bestimmte Lösung ersparen kann, gewinnt er kostbare Zeit. Und dass mehrere gesparte Stunden oft mehr wert sind als die 19,80 für die Anschaffung des Buches und die Zeit des gezielten Lesens des einen oder anderen Kapitels, dürfte einsichtig sein.

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