Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Gute Vorsätze 2008

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 27. Dezember 2007

Ich dachte, dass ich in der Zeit “zwischen den Jahren” auch mal wieder das Recht habe, losgelöst von primär erkennbarem Sinn zu fabulieren.

Welche guten Vorsätze – speziell zum Thema bloggen – taugen z.B. garantiert nicht?

  • Nehmen Sie sich nichts Grundsätzliches vor, was sich nicht in den (Arbeits-)Alltag einbauen lässt.
    So z.B: Ich werde an jedem Blogeintrag feilen, bis alle Fakten bis zur Quelle durchrecherchiert sind und die Sprachqualität nur noch von Dichtern bekritelt werden kann. Haben Sie lieber den Mut, nach einer Veröffentlichung ggf. entdeckte kleine Lücken und Fehler in Nachträgen oder als Kommentare der Leser zu erdulden. Und nehmen Sie jeden Beitrag auch als Trainingseinheit für den nächsten. Der Gedanke einer stetigen Verbesserung hat doch was, oder?
  • Setzen Sie sich keine quantitativ unerreichbaren Ziele.
    So z.B.: Ich werde jede Woche 3 Beiträge schreiben. Wenn Sie über die Börse oder Sportergebnisse oder das Wetter schreiben, haben Sie immer ein Thema. Wenn Sie nur über bemannte Mondflüge der ESA schreiben wollen, wird das etwas herausfordernder. Vor allem halte ich es nicht für klug oder nett, seinen Lesern etwas anzukündigen und sie dann eine Woche nach der nächsten zu enttäuschen, weil es entweder nichts zu berichten gibt oder andere Aufgaben einfach wichtiger waren.
  • Seien Sie nicht zu ehrgeizig, was die Platzierungen in irgendwelchen Charts oder Suchmaschinen angeht.
    Ein zu hohes Maß an Verbissenheit führt womöglich zum Verlust der geistigen und sprachlichen Leichtigkeit, für die Ihre Leser und Ihre Kunden Sie schätzen. Außerdem belastet es unnütz den zum Denken gedachten Kopf, wenn man zu viel an Statistiken und nicht mehr genug an den Leser, Interessierten und Kunden denkt.
  • Haben Sie nicht den Ehrgeiz, alles selbst schreiben.
    Es gibt zahlreiche wirklich gute Blogger, die sicher auch etwas zu Ihren Themen schreiben. Und bevor Sie zu Nebenaspekten Ihres Themas dilettieren, zeigt es vielleicht mehr Durchblick und Größe, auf Beiträge Dritter zu verweisen oder diese durch einen konstruktiven oder dankenden Kommentar zu würdigen. Es ist sicher kein Zufall, dass sich in der Produktion komplexer Produkte und Dienstleistungen in weiten Teilen der Welt in breiter Fläche die Arbeitsteilung durchgesetzt hat. Die Zeit der Einzelkämpfer und Universalgelehrten ist eher Vergangenheit als Zukunft.

In der Zusammenfassung könnte ich also in etwa folgendes schreiben: Melden Sie ggf. hier Ihr Businessblog an und legen Sie dann nach bestem Wissen und Gewissen los. Beobachten Sie mit Neugierde aber ohne Leistungsdruck die Entwicklung Ihres Werks. Stehen Sie zu Ihren Unzulänglichkeiten. Lernen Sie aus Ihren Fehlern. Lesen und kommentieren Sie Businessblog-Kollegen und werden Sie so Teil der Blogosphäre. Es verändert Ihren Blick auf Dinge, die mitteilenswert sind. Es hilft Ihnen weiter auf dem Weg zu eigenem Stil und eigener Form und zu neuen Lesern, die Ihre Kunden werden können. Das ist eine aus meiner Sicht in jedem Schritt plausible Verheissung und kein Heilsverprechen.

Damit hier noch ein wenig Farbe reinkommt, biete ich noch eine Grafik an, die ich mit dem Vektorgrafik-Editor Inkscape erstellt habe. Künstler werde ich offensichtlich nicht mehr, aber es kommt von Herzen…

xmas-mail1.png

  1. Nachtrag: Da ich Tage nach Veröffentlichung dieses Artikels über einen Blogkarneval zum Thema gute Vorsätze gestolpert bin, beteilige ich mich gern an diesem, indem ich hier auf die Veranstaltung hinweise.

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