Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

gute Zahlungsmoral

Erstellt von knutpankrath am Montag 4. Oktober 2010

Konvention des Meckerns und dann?

Sie werden es vielleicht kennen: Reflexartig wird von sogenannten Unternehmern – vorzugsweise öffentlich – über schlechte Zahlungsmoral lamentiert. Gelegentlich entblöden sich Vortragende solcher vorwurfsvollen wie sinnarmen Worthülsen nicht einmal, Namen vermeintlich oder wirklich Säumiger zu nennen oder anzudeuten. Ich habe in meiner Zeit als Angestellter wie als frei Handelnder im Wirtschaftsleben durch Beschimpfung noch keinen Auftrag gewonnen. Auch das Eintreiben ausstehender Rechnungssummen wird dadurch eher nicht befördert. Was also soll das Geplärr?

Griff zur eigenen Nase

Der Griff an die eigene Nase scheint artistisch betrachtet eine eher machbare Übung zu sein. Warum unterbleibt sie scheinbar so oft? Ich will – mit im übertragenen Sinn berliner Schnauze – nicht allen Zugereisten und anderen sensiblen Menschen den bürojobgeschwächten Atem verschlagen, aber ich hätte da mal ein paar Fragen:

  • Wenn Sie das Gefühl haben, andere in Ihrer Branche erhalten schneller ihr Geld: Lösen Sie die Probleme Ihrer Kunden vielleicht nicht so gut oder mit nicht soviel Herzblut wie andere? Dann packen Sie sich an der Nase und tun etwas. Werden Sie besser, reden Sie mit Ihren Kunden oder noch besser: hören Sie Ihren Kunden mal wieder richtig gründlich zu! Das wirkt gelegentlich Wunder. (Selbstversuch liegt vor.)
  • Sie haben das Gefühl, gerade in Ihrer Branche kämen die Kunden noch langsamer zum Überweisen als in anderen? Sie ahnen, wessen Riechorgan zu greifen ist? Richtig. Sollte es nämlich stimmen, stünde die Frage an, ob nicht ein Wechsel der Branche oder die Konzentration auf bestimmte Aufgaben ein besseres Ergebnis nach sich zieht. Es war Ihre Entscheidung, dies oder das zu tun. Und nur Sie können das auch wieder ändern.
  • Sie haben das Gefühl, dass genau Sie alle Problemkunden der Branche in Ihrer Kartei sammeln und deshalb der grüne Zweig des Erfolgs so fern ist? OK, zur Abwechslung können Sie ja mal mit der anderen Hand aber letztlich doch nur die eigene Nase ergreifen. Wer hat die Aufträge angenommen, die Ihnen die Freude vergällenb? Sie. Und wer sollte sich bei der Auswahl oder auch Aufbau seiner (Stamm-)Kunden auf Dauer mal ein paar Gedanken mehr machen? Sie natürlich.

Anlass des Beitrag

Für unterschiedliche beratende Tätigkeiten habe ich in der letzten Kalenderwoche 3 Rechnungen geschrieben und ihren Empfängern elektronisch zugestellt. Am heutigen Montag konnte ich den Eingang aller 3 Forderungen abhaken. Das klappt zugegebenermaßen nicht durchgängig so schnell, aber über die Jahre passiert es mir immer häufiger. Und mit einer gewissen Portion an mir-kann-keener sage ich mal: Ein paar Lektionen habe ich gelernt und mache offenbar öfter Dinge richtig als früher. Das fühlt sich gut an. Kann ich Ihnen wirklich empfehlen. Vielleicht darf ich dann auch mal ganz entspannt etwas für Sie erledigen?

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