Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Hilfe, ich wurde gebloggt

Erstellt von gemeinschaft am Dienstag 7. April 2009

Immer mehr Menschen schauen mit Hilfe von Suchmaschinen mehr oder minder regelmäßig nach, was über sie, ihre Firma und ihre Produkte im Internet zu lesen ist. Ein wenig verkürzend spricht der des Internetjargons Mächtige da von ego-google. Wie daraus ein verständliches deutsches Verb werden soll, wissen die Götter bzw. überlasse ich gern Ihrem Sprachgeschmack.

Unabhängig vom Begriff ego-google ist diese Form des Monitoring heutzutage wichtig und wird zukünftig nach meiner Einschätzung an Gewicht gewinnen. Warum? Die Zahl der Quellen, die über Sie berichten könnte, nimmt täglich zu. Sie wissen nicht mehr, ob unter Ihren zufriedenen oder auch kritischen Kunden z.B. Blogger sind, die Sie so loben, dass Sie ihnen möglicherweise gern öffentlich danken oder aber digital so herumpoltern, dass Sie sich dazu gern relativierend äußern wollen. Ihr Ruf im Internet darf Ihnen nicht egal sein!

Nachfolgend biete ich Ihnen einige Gedanken zum Umgang mit Suchtreffern auf Blogs zu Person, Firma oder Produkt an, die Ihnen möglicherweise helfen, sich zu orientieren oder das Gespür zu entwickeln, im richtigen Moment einen Spezialisten zu kontaktieren, um eine professionelle Lösung zu erarbeiten.

  • Unwahre Behauptung.
    Wenn ein Blogger in einem Beitrag eine Tatsachenbehauptung aufstellt, die nachweislich nicht stimmt, wird er oder sie froh über eine aufklärende E-Mail oder einen Anruf sein und den Text fallweise korrigieren oder entfernen. Schließlich ist Glaubwürdigkeit neben Autentizität die Währung, in der Blogger gemessen werden. Es gibt deutlich weniger gegen die Blogikette oder die Netikette verstoßende Blogger, als das an Stamtischen dahergeredet wird.
  • Unliebsame Meinungen.
    Businessblogs sind digitale Orte, an denen Meinungsfreiheit und -vielfalt stark ausgeprägt sind. Das ist im Vergleich zu “klassischen” Medien wie Print, Funk und TV oft um Potenzen stärker ausgeprägt. Hier geraten Sie schnell in ein Minenfeld, wenn Sie unangemessen reagieren. Und die Angemessenheit der Reaktion kontrollieren nicht Sie sondern die Leserschaft. Erste Aufgabe zur professionellen Reaktion ist eine Kategorisierung, um minder schwere Fälle (Das Produkt hat nicht ganz überzeugt.) und ganz schwere Fälle (Ich bedaure alle geschlagenen Nutzer dieses Unprodukts.) auszusieben. Bei Kleinigkeiten empfehle ich tendenziell zu schweigen und bei den dicken Hunden eine Reaktion in Form eines im Ton sachlichen Kommentars. Alle Fälle dazwischen werden sich im Laufe der Zeit eher dem einen oder anderen Extrem zuschlagen lassen.
  • Beleidigungen und Verleumdungen.
    Wenn Sie das Gefühl haben, dass jemand so weit über das meinungsäußernde Ziel hinausgeschossen ist, dass Sie auch bei zurückhaltender Prüfung ernsthaft meinen, eine juristische Klage oder eine einstweilige Verfügung seien da üblich und angemessen, kann ich nur warnen. Gehen Sie davon aus, dass ein zu Unrecht angegangener Blogger ein Kommunikationsfiasko gegen Sie auslösen kann. Und beachten Sie auch hier: Es zählen hierbei nicht Ihre Wahrnehmung, sondern die der Leserschaft. Bringen Sie sich bitte nicht in die Position, als Goliath Firma gegen einen David Blogger anzutreten, wenn die Sache nicht zweifelsfrei klar ist.
  • Suchmaschinenrang der Äußerung.
    Sollte eine Sie nicht beglückende Äußerung über Sie als Person oder Ihre Leistungen unter den ersten 10-20 Treffern Ihrer bevorzugten Suchmaschine auftauchen, haben Sie – tut mir leid – absolute Handlungspflicht. Als früher mal etwas in klassischen Medien zu finden war, konnte man noch den Kopf einziehen und ein wenig warten, weil das Druckerzeugnis oder die Sendung ein Verfalldatum hat und aus den Augen wandert. Das gibt es im Internet nicht mehr! Eine schlechte Bewertung kann Ihnen ewige Zeit anhängen. Und da Märkte (auch)  Gespräche sind, wie das Cluetrain Manifest treffend ausführt, MÜSSEN Sie da mitmachen. Je früher Sie es tun und je schneller Sie dieses “digitale Naturgesetz” anerkennen, desto besser werden Sie damit umgehen. Zeitsparend, professionell und sympatisch…
  • Digitaler Ruf des Autors.
    Machen wir uns nichts vor. Neben der Tatsache, dass Sie in Ihren ökonomischen Bemühungen durch unliebsame nicht kontrollierbare Blogeinträge x-beliebiger Menschen gestört werden können, gibt es digitale Schwergewichte, die es nahezu erzwingen, dass Sie im Fall des Falles reagieren. Was könnten Hinweise auf solche Personen sein, die Sie schnell erkennen, ohne den Aufwand zu übertreiben? Schauen Sie sich z.B. an, wie viele Treffer der Name bei einer normalen Suche z.B. bei google oder yasni hat.Wenn Sie das mit eigenen Werten vergleichen, werden Sie schnell merken, was Sie vielleicht ein wenig ernster nehmen als anderes. Sie ahnen inzwischen, dass man diese Spezies nicht öffentlich angeht, sondern eine Klärung “hinter den Kulissen” sucht, oder?

Zu Beginn der Niederschrift war ich unsicher, ob genügend Stoff zusammen käme. Inzwischen merke ich, dass das Thema mehr als nur ausreichend Fleisch hat und hoffe, dass der eine oder andere bezüglich eigener Gefahren sensibilisiert ist. In diesem Sinne verabschiedet und empfiehlt sich der Businessblogbringer Knut O.E. Pankrath.

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