Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

  • Umfragen

    Sorry, there are no polls available at the moment.
  • Werbung

Hochzeit in der Refokirche

Erstellt von knutpankrath am Mittwoch 5. September 2012

endlich mal wieder Hochzeit

Kürzlich war es soweit. Nach Jahren (wie viele waren es wohl?) wurde endlich wieder eine Hochzeit in der Refo Kirche gefeiert. Ich hatte es eher zufällig erfahren. Meine kleine Tochter war sehr neugierig, was es damit auf sich hat. Also haben wir diesen für das Gebäude kleinen historischen Moment besucht. Ich habe mit Amtskirche eher wenig zu tun und sah mich eher als Nachbar, der sich dafür interessiert, wenn jemand etwas in Gang zu setzen versucht. Das scheint mir dort der Fall zu sein.

Poesie durch Seifenblasen

Einer der gut in die Öffentlichkeit wirkenden Momente war die Herstellung so zahlreicher wie teils riesiger Seifenblasen. Das ist schöner und bedarf anders als die ebenfalls gängige Werferei mit Reis zweierlei Dinge nicht: Es muss nichts gereinigt werden und es werden keine Lebensmittel vernichtet. Und es sah wirklich schön aus, als Seifenblasen teils bis zur Tankstelle gegenüber rüberwehten.

das Wort

Eine Religion ist u.a. so stark wie ihre Botschaft. Diese wird oft in Worten verpackt verbreitet. Somit ist es gut, wenn Aussagen klar und auch für einfache Menschen verständlich sind. Außerdem ist es hilfreich, wenn wichtige Aussagen eindeutig sind und es keiner Interpretation bedarf. Wozu dieser Vorlauf? Ich erinnere mich an eine Passage, da hieß es “vor Gott und dieser Gemeinde”. Der Sprachsezierer in mir hat da Fragen:

  • Versteht ein predigender Mensch alle beim Gottesdienst anwesenden Menschen als seine Gemeinde? Das fände ich vereinnahmend im Sinne eines Alleinvertretungsanspruchs.
  • Spricht ein predigender Mensch nur zu den Mitgliedern der gastgebenden Gemeinde? Das schlösse Gäste aus.
  • Handelt es sich bei der Wortgruppe um eine gewachsene liturgische Phrase? Die wäre dann womöglich in Frage zu stellen. Gerade von einer aufbrechenden Gemeinde…

Vielleicht wäre “vor Gott und den anwesenden Menschen” eine Lösung?

Verwandte Beiträge

2 Kommentare zu “Hochzeit in der Refokirche”

  1. Andy sagt:

    Knut,
    Ich mag Deine Sprachseziererei. Genau den Finger in die Wunde und haarscharf die Sache erkannt.
    Diese – -tatsächlich liturgische – Phrase kommt aus der (alten) Zeit, wo praktisch alle im Gottesdienst Teil der Gemeinde waren. Danke für einen Tipp. Gerade einen Gemeinschaft, die Gottesdienste bewusst für und mit anderen Menschen macht, die nicht Christen sind, sollte sich so was genau klar machen.
    Komm häufiger und seziere … :-)

  2. Tobias sagt:

    Hey Knut, vielen Dank für den schönen Text!

    es war tatsächlich ein historisches Ereignis. Mindestens 6 Jahre hat in der Reformationskirche keiner mehr geheiratet. Und mit der größten Begeisterung hat eine etwa 40jährige Muslima Seifenblasen vor der Kirche gemacht – so war es irgendwie auch eine interreligiöse Hochzeit :)