Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Innovationen monetarisieren

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 22. November 2007

“Cashquelle Innovation – Wie aus Ideen Gewinne sprudeln” titelt ein knapp 200seitiges gut in Kapitel strukturiertes Buch des Hanser Verlages, das eine Übersetzung des Originalwerks “Payback. Reaping the Rewards of Innovation” darstellt. Die Autoren James P. Andrew und Harold L. Sirkin stammen aus der Boston Consulting Group, was man bei der Lektüre gut merkt. Methodisch große Sorgfalt in der Präsentation, eine präzise Sprache mit dem von mir heraus gelesenen Anspruch, sich an keiner Stelle inhaltlich angreifbar zu machen und eine Art emotionaler Verbindlichkeit, wie sie einen Mix üblicher Verhaltensweisen auf verschiedenen Kontinenten darstellen könnte, sind mir besonders aufgefallen.

Für mich war es teilweise eine Reise in die Vergangenheit, wo ich aus – gern gebe ich es zu – ungeliebter Raison zu Automobilherstellern etwas seltsam anmutend “automotive” sagen musste und andere mir nicht einleuchtende Spielregeln zwischen spezialisiertem Berater und DAX-Unternehmen einzuhalten hatte. Es hat – trotz dieser inzwischen hinter mir liegenden professionellen Seltsamkeiten – einiges an Vergnügen bereitet, ein offenbar aus sehr vielen Quellen und handfesten Erfahrungen zusammen getragenes Buch zu lesen.

Besonders stark finde ich das Buch in der grundsätzlichen Darstellung der Wege, wie größere Firmen innovative Projekte und die sie verantwortenden Organisationseinheiten untersuchen und die richtigen Inovationsgeschäftsmodelle wählen. Das wird virtuos unter Verwendung prominenter Beispiele und nie zu lang ausgeführt.

Zur Einordnung für den angehenden Leser hat mir lediglich die Aussage zu “system requirements” gefehlt, wie sie auf zahlreichen Softwareprodukten angegeben wird. Weniger augenzwinkernd kann man das auch dahingehend formulieren, dass es wichtig zu wissen wäre, ab welcher Firmen- oder Projektgröße die beschriebenen Werkzeuge sinnvollerweise einzusetzen sind. Schließlich verursachen ggf. neu angewendete Methoden auch Kosten, die einem Projekt zugerechnet werden müssten. Und gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen gibt es ein Gespür für Sachen, die gehen und seltener eingeplante Ressourcen, eigentlich wünschenswerte Daten minutiös zu erheben und so zu bearbeiten, wie das für eine entscheidungsrelevant belastbare Gewinnkurve über ein in der Zukunft liegendes Projekt notwendig wäre.

Ich tendiere zu der abschließenden Einschätzung, dass die idealtypische modellhafte Abhandlungsform und die mehr als nur gelegentliche Verwendung einer darstellenden Metaebene eher für industriell arbeitende und denkende Manager als für den handfesten Mittelständler oder Gründer geeignet ist. Industriemanager aber finden in dem Buch einiges an Stoff, mit dem sie eigenes Handeln selbst prüfen können, um an der einen oder anderen Stelle besser zu werden oder auch den Einsatz von spezialisierten Beratern professionell vorzubereiten. Vielleicht ist es für den einen oder die andere nicht zu dieser Personengruppe Gehörenden ja spannend, das Handwerkszeug “der Großen” zu studieren, um Teile davon auf eigene Bedürfnisse herunter zu brechen…

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