Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

ISBN 978-3-446-41324-5

Erstellt von gemeinschaft am Montag 21. April 2008

  1. Einfach
    Dieser Beitrag stellt das Experiment einer etwas anderen Rezension dar. Die durchnummerierten Unterüberschriften entsprechen darin den Hauptkapiteln des besprochenen Buches. Die Originalausgabe des Buches erschien in den USA, was für das Thema Kommunikation zwischen Firmen und den von ihnen umworbenen Menschen wenig überrascht.
  2. Unerwartet
    Gern hebe ich hier mein beiden Lieblingsdetails heraus: Die für mich glänzend gelungene Übersetzung von Heike Schlatterer sowie die ggf. nachfolgenden Lektoratsarbeiten wurden so gründlich erledigt, dass ich mich nicht daran erinnern kann, in der Lektüre irgendwo stirnrunzelnd hängengeblieben zu sein. Danke dafür.
    Das Inhaltsverzeichnis des Buchs passt ohne Trickserei auf eine Seite und strukturiert das Lesevergnügen glaich auf der ersten Seite so, dass man jederzeit ein Gefühl hat, an welcher Stelle der lebendigen Inhaltsschlange man sich gerade befindet.
  3. Konkret
    Ich rezensiere Bücher für meine Leser und unterstelle dabei eine Reihe von Interessen, die ich zu bedienen versuche. So z.B. vermute ich, dass mehr als nur eine Leser vor der Frage steht, wie er eine eigene Werbebotschaft erschaffen und transportieren kann. Genau Ihnen kann ich das Buch ans Herz legen.
  4. Glaubwürdig
    Das Autorenduo bezieht seine zu Recht breite Brust in Bezug auf das Thema daraus, dass einer der Herren an der Stanford Universität einschlägig forscht und lehrt, während der andere als Berater in diesem Fach sehr nahe an der Praxis dran ist.
  5. Emotional
    Stellen Sie bitte sich einen ins Buchcover hereinbaumelnden groß dargestellten Angelhaken vor. An diesem sehen Sie aufgespießt – einen goldenen Elefanten. An der Rüsselspitze desselben prangt ein Sternchen, das zu folgendem Hinweistext führt: Bei der Produktion dieses Covers kam kein lebendes Tier zu schaden. Ich liebe solche Details.
  6. Geschichten
    In den letzten Wochen und Monaten hat mich immer wieder die Frage bewegt, wie ich normalen Geschäftskunden klar machen könnte, warum sie zur Kommunikation ihrer Produkte, Dienstleistungen und Marken ein Businessblog auf bblogs.de starten sollten. Dazu habe ich mir ein achtteilige Geschichte ausgedacht, die aus 6 comicartigen Bildern besteht und von einer Einleitung und einem Schlußwort eingerahmt sind. Obwohl ich das Buch erst gelesen habe, nachdem die Geschichte fertig gestellt war, entdecke ich mit Freude, dass ich das eine oder andere der im Buch auffindbaren handfesten Ratschläge bereits unwissend befolgt habe.

Wer nicht auf die Idee gekommen ist, den Buchtitel anhand der ISBN zu recherchieren, dem sei es hier verraten: Das sehr gute Buch der Brüder Chip Heath und Dan Heath heisst “Was bleibt”, trägt den Untertitel “Wie die richtige Story Ihre Werbung unwiderstehlich macht”, erscheint im Hanser Verlag und kostet in der gebundenen Ausgabe 24,90.

Für alle durchhaltenden Leser noch etwas konventioneller Inhalt: Das Buch steckt randvoll mit Geschichten und Beispielen, die so ausgewählt sind, dass ich sie für gut übertragbar auf viele andere Situationen und Branchen halte. Das Buch ist so lang, dass ich nichts vermisse und so kompakt, dass ich nichts weggelassen könnte. Trotz eher kubischer Form handelt es sich beim Rezensionsobjekt also um eine absolut runde Sache.

  1. P.S. Die Wahl der sechs Kapitelüberschriften des Buches komprimiert eine Menge erarbeiteteten Wissens. Vermutlich kann man mit weniger fundierten Inhalten befrachtete Wochenendseminare für viel Geld besuchen und weniger davon haben als von der Lektüre dieses Werks. Aber warum sollte man das tun?
  2. Sollten jemals Teile meiner Rezension vor die scharfsinnigen Augen von Chip Heath gelangen, hoffe ich auf dessen Nachsicht, wenn ich es zu bunt mit seinen Ideen und denen seines Bruders getrieben haben sollte. Um es persönlich zu sagen:
    Dear Chip Heath, of course you will never read this so you will hardly comment this blog entry. What a pitty for me and my readers. I was some kind of neighbour to you, when I visited Los Gatos in the late eighties (It was the year of a nice Highway shaking earthquake.) trying – please do not laugh – sell german software to the US market. Greetings from Berlin, Germany, Knut O.E. Pankrath

Nachtrag

  1. Im von mir inzwischen abonnierten schön themenzentrierten Blog”überzeugend präsentieren” von Dr. Michael Gerharz gibt es hier ein gutes Beispiel für das Herausarbeiten DER Botschaft plus die emotionale Aufladung. Das findet unter ausdrücklicher Nennung des hier rezensierten Buchs statt. Klein ist die Welt derer mit ähnlichen (Teil-)Auffassungen.

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