Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Jutta Leder in der Arminusmarkthalle, Anmerkungen

Erstellt von knutpankrath am Freitag 9. Juli 2010

Auftragloses Denken

Zu Zeiten, wo ich noch aktiver als jetzt bei den Lösungsbäckern mitgearbeitet habe, hatten wir eine Rubrik, wo wir auch ohne Auftrag Klienten Antworten gegeben haben. Diese Form entspricht weiterhin meinem Drang mich einmischen, wenn mir etwas auffällt. Glücklich schätzen im Sinne ungebuchter Nachhilfe können sich dieses Mal Jutta Leder und die SPD Moabit-Nord.

Das Fundstück und mein Bezug dazu

Entdeckt habe ich diesen Beitrag auf der Seite der SPD Moabit-Nord. Da ich zum Team der zu vitalisierenden Markthalle gehöre, schaue ich gern ein wenig darauf, was über diese so geschrieben wird.

Mieterschutz für Gewerbetreibende

Es ist nachvollziehbar, dass sich eine auf den Kiez als kleinste Organisationseinheit zielende Partei dafür stark macht, dass kleine Händler nicht “auf der Strecke bleiben” sollen. Somit ist das folgende Zitat erst einmal verständlich für mich:

“Für die SPD steht im Mittelpunkt, dass den noch verbliebenen Händlern die Möglichkeit angeboten wird, ihre Stände auch unter dem neuen Konzept weiterführen zu können sowie die Nahversorgungsfunktion der Halle für die Anwohnerinnen und Anwohner.”

Für mich gehörte nach diesem Satz  die Aussage, ob denn den Händlern das angeboten wurde (Ja es wurde.) und ob der Investor Zunft AG sich klar auch zur Nahversorgungsfunktion der Halle bekennt (Ja das tut er.). Die womöglich versehentliche Unterlassung dieser Aussagen empfinde ich als unschön, weil es Missverständnisse erzeugen kann, die zu nichts außer schlechter Stimmung führen können.

Wartende Händler

Unterhaltsamer finde ich folgende Aussage zu Händlern, die auf Informationen warten wie andere Menschen in auf einen Bus.

“Viele Händler erhoffen sich von einem Neustart, dass die Halle insgesamt wieder mehr ins Kundeninteresse rückt und warten nun auf konkrete Informationen zur Neupositionierung und zu den notwendigen Umbauarbeiten.”

Wieviele Händler sind viele? Kleinigkeit. Für mich ist ein Händler jedenfalls ein Unternehmer, der in hohem Maße selbst für seine Handlungen verantwortlich ist. Also ist der hilfreiche Aufruf an den Händler nicht, dass wir sein Warten begleiten sondern dass er sich aus eigenem Antrieb so viele Informationen besorgt, wie er für seine eigenen Planungen und Entscheidungen benötigt. Nach meinen eigenen Erfahrungen und denen von Menschen, die sehr gern einen Stand in der erneuerten Halle betreiben würden, kann man sowohl Martin Rossi als auch Christoph Hinderfeld wirklich einfach telefonisch oder auch bei entsprechenden Gelegenheiten vor Ort ansprechen.

Eingesetzte Technik im Jahr 2010

Es ist für mich sehr bedauerlich, dass die Webseite über keine Kommentarfunktion verfügt. Sonst hätte man den Diskurs an der Stelle weiter führen können, wo der Ursprungsbeitrag veröffentlicht wurde. Diese Technik ist nun viele Jahre alt und ausgereift. Und sie machte aus dem nach außen gerichteten Monolog (ich schreibe – Du liest) den so oft in der Politik beschworenen Dialog (wir reden auf Augenhöhe). Vielleicht fühlt sich ja jemand berufen, diesen technischen Schritt zur Einladung mündiger und einmischungsfreudiger Bürge hin zu realisieren?

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