Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Kiezquatsch auf Papier

Erstellt von knutpankrath am Donnerstag 9. Februar 2012

Unter dem Autorenkürzel flip (Ralf Liptau) und dem Beitragstitel “Ständig zugeparkt” fand ich in der Printausgabe der Berliner Zeitung vom 8. Februar 2012 Aussagen, die mich mindestens wunderten. Und nein, im Sinne von Transparenz habe ich keine Lust, unter 4 Augen zu fragen, was es damit auf sich hat. Das ist durch Druck und Verteilung öffentlich gemacht und ich reagiere öffentlich darauf.

Fahrräder kein Individualverkehr?

Gisbert Preuß wird folgendes Zitat zugeschrieben: “Radstreifen gehen immer zu Lasten des Individualverkehrs, das wissen wir.”
Dazu fallen mir spontan 3 Fragen ein:

  1. Hat Gisbert Preuß das wirklich so gesagt?
  2. Seit wann gehört das Fahrrad nicht mehr zum Individualverkehr?
  3. Wer ist in diesem Zitat “wir”. Sollte jemand planerisch für Moabit tätig sein, der nur Autos als Maßstab kennt, fände ich das bedenklich.

Falschparkpflicht in Moabit?

Ein weiteres Schmankerl im Sinne merkwürdiger Rechtsauffassung finde ich in diesen Worten trefflich zur Selbstdisqualifikation aufgeschrieben: “Ein zusätzliches Problem sei, dass die vorgesehenen Ladezonen vor den Geschäften häufig zugeparkt sind und Lieferanten deshalb zwangsläufig in die zweite Reihe ausweichen müssten.”
Dazu meine Anmerkungen:

  1. Zwangsläufig ist gar nichts, was von Menschen gemacht ist. Immerhin wurde nicht das in der Politik verwendete alternativlos aus dem Totschlagarsenal geholt…
  2. Sollten die Ladezonen zugeparkt sein, zeigt bereits diese Wortwahl, dass da auch das zu lösende Problem steckt. Sprich: Ladezone durchsetzen und ggf. das Bezirkssäckel durch verhängte Bußgelder aufbessern. Und Abschleppunternehmen wollen auch leben.
  3. Ich bin viel im Kiez unterwegs. Ich würde vorsichtig ausgedrückt bezweifeln, dass auch nur die Hälfte der Zweitspurparker gepeinigte Lieferanten sind. Ich sehe mehr als nur gelegentlich Fahrzeughalter in Ruhe Brötchen kaufen, Zeitung holen oder auch in einem Café ein Schwätzchen halten. Manche dieser Personen scheinen zu meinen, dass ein rußend laufender Motor als Beleg reicht, dass ja gar nicht geparkt würde.

Möge nun eine Diskussion stattfinden, wenn es genügend Menschen erreicht.

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Ein Kommentar zu “Kiezquatsch auf Papier”

  1. Peter sagt:

    ich sage mal nur zu 2.3. was:

    laut verkehrsordnung bezeichnet man ein stehendes fahrzeug als geparkt, wenn 1. der fahrer sich aus dem auto begibt oder 2. das fahrzeug länger als 3minuten steht.