Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Kneipe 2.0 – Service

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 20. Juli 2010

Dieser Beitrag ist folgt dem namens Kneipe 2.0 – Vielfalt.

Full Service

Hierunter wird grob verstanden, dass eine Reihe von Aktionen zwischen dem Gast und dem Servicepersonal nach bestimmten Konventionen erfolgt. Reservierung, Begrüßung, Platzierung vor Ort, Bestellaufnahme, Servieren, Nachlegen, Kassieren, Verabschiedung und weitere denkbare Berührungspunkte (“touch points”) werden in teils komplexe Handlungsanweisungen gegossen. Das passiert, um entweder aus Sicht des Anbieters möglichst einfach arbeiten zu können oder die konventionellen Kundenerwartungen zu erfüllen, es z.B. immer mit der selben Person zu tun zu haben.

Das finde ich betoniert langweilig. Wie wäre es denn damit, wenn man die kontaktfreudigste Person in der Rolle des stimmungsverantwortlichen Gastgebers für Begrüßung, Platzierung, Verabschiedung und ggf. Lösung von kleinen Problemen einsetzt? Je nach Größe eines Etablissements wäre das eine wichtige Managementaufgabe, die viel für die Atmosphäre bewirken könnte, in der Kunden Vergnügen haben und z.B. schon auf Besonderheiten des Abends (Achtung Hochzeit im Festsaal. Also zeitweise eingeschränkter Service möglich.) eingestimmt sind und dem Bestellung aufnehmenden Service schon das Feld bereitet hat.

Self Service

Hierunter wird grob das Konzept verstanden, dass der Kunde sich Speisen und Getränke in der Regel von einem zentralen Ort abholt und dezentral verzehrt. Die Systemgastronomie setzt das mit Countern und  Fütterungsbuchten gekonnt wenn auch nicht jeden einladend ein. Die Konzentration auf EIN Nadelöhr für die Bestellung erschwert aber ein Zusatzgeschäft. Wenn eine Reisegruppe ihre Burger ordert, holt sich keiner ein 2. Getränk, oder? Also könnte eine Auflösung der starren alles-von-einem-Ort-Politik es ermöglichen, schnelle Zusatzgeschäfte zu generieren. Das kann im einfachsten Fall ein Schalter für Speisen und einer für Getränke sein.

Mischformen

Vielleicht treibe ich mich zu viel in der Wertschaft und zu wenig in Wirtschaften herum. Aber kennen Sie erfolgreiche Mischformen der Gastronomie zwischen Self Service und Full Service? Auch nicht? Na dann mal schnell eine erfunden! Wie wäre z.B. ein Mix von Service für größere Speisen und besonders teure Getränke bei gleichzeitiger (halb-)automatisierter Abgabe einfacher Speisen bzw. normierter Getränke? Warum nicht die Bulette, die Knackwurst, das Mettbrötchen, Getränkedosen aus einem Automaten und das Schnitzel nach Art des Hauses vom Personal serviert, das dann aber auch bitte den passenden Wein vorschlägt und das Gefühl gibt, einen Mehrwert für den Gast zu erzeugen, der über den Botengang mit Nahrungsmittel hinaus geht. Insgesamt sollte sich ein Unternehmer in der Gastronomie mal anschauen, was es an notwendigen einfachen kundennahen Diensten gibt und wie sich diese aufwerten lassen. Oder ist Ihnen das bereits zu unkonventionell? Das fände ich zwar schade, aber:

Ich freue mich über Feedback und überlege schon, welche meiner anderen beobachteten Konventionen ich in der nächsten Folge präsentiere.

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2 Kommentare zu “Kneipe 2.0 – Service”

  1. amarone sagt:

    Ich empfehle den shop [xyz] für die großen und die kleinen gastronomischen Dinge von “A” wie Allesschneider bis “Z” wie Zitronenpresse.
    Seriös und fachkundig wie man es sich wünscht.

  2. Knut Pankrath sagt:

    @amarone
    Der Versuch ist natürlich nicht strafbar, einfach und unbezahlt einen nicht zum Thema beitragenden Werbelink unterzubringen. Allein so mag ich das nicht. Deshalb habe ich das Linkziel unkenntlich gemacht. Ich danke trotzdem für die Erinnerung, dass ich irgendwann mal über Werbemöglichkeiten auf meiner Seite nachdenken muss.