Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Knut Pankrath meets Stefan Redlich

Erstellt von knutpankrath am Samstag 22. März 2014

Unabhängiger Blick

Als Quartiersrat fühlte ich mich eingeladen, eine für Moabit groß angekündigte Demonstration derart zu besuchen, dass ich einen von Medien, Ordnungskräften und Demonstranten unabhängigen Eindruck davon gewinne. Gesagt, getan. Unter dem Hashtag #antirep14 auf Twitter finden Sie bunt gemischte Äußerungen, die Sie sich bitte entlang Ihrer Überzeugungen und Fragen ggf. selbst sortieren.

Einige Fakten

Ich habe bei einem Spaziergang großzügig rund um den angekündigte Treffpunkt Einsatzfahrzeuge aus 4 Bundesländern sowie Bundespolizei gesehen. Gezählt habe ich weder Fahrzeuge noch den Versuch unternommen, die Zahl der Einsatzkräfte zu schätzen. Es waren viele. Veröffentlichte Zahlen sprechen von 1.800 Einsatzkräften, die eine Demonstration von etwa 750 Personen zu begleiten hatten.

Zufallstreffen mit dem Pressesprecher der Polizei Berlin

Ich hatte versucht, von der Einsatzleitung zu erfahren, ob vor Ort ein Pressekontakt zur Verfügung stünde. Das wurde mir grundsätzlich bejaht; durch aufzugrelevante wichtigere Aufgaben hatte jedoch in der relevanten Viertelstunde meiner Anwesenheit vor der Quelle niemand Zeit, mir als Quartiersrat und Blogger ein paar Fragen zu beantworten. Ich trat den Weg zurück an und traf auf 2 Herren, die eher wie Kontaktbereichsbeamte denn wie armierte Einsatzkräfte uniformiert waren. Ich verwechselte einen der Herren vor Ort mit einem Polizisten aus dem Kiez und war versehentlich auf den Pressesprecher der Polizei Berlin Stefan Redlich gestoßen. Der hatte zwar offensichtlich gut zu tun, nahm sich aber ein paar Minuten Zeit, mir meine Beobachtungen ob beteiligter Einheiten zu bestätigen und ein paar Zusammenhänge darzustellen. Ich habe das als präzise, freundlich und transparent wahrgemommen. Danke dafür. Und das, obwohl ich nicht einmal einen Presseausweis vorzuweisen habe. Respekt.

Moabit unbeschadet

Gemessen an Aussagen aus dem Umfeld von Teilnehmern und Befürchtungen der Polizei, die u.a. reichlich mobiles Löschmaterial mit sich führte, scheint Moabit nichts abbekommen zu haben. Gut ist das. Hier gibt es viele Menschen, die sich engagieren und z.B. ein Willkommensfest für Flüchtlinge auf die Beine gestellt haben, sich fremdenfeindlichen Demonstranten in den Weg stellen oder Projekte initiieren, die die Nachbarschaft über Herkunftsgrenzen hinaus verbessern. Deshalb fand ich es seltsam, dass eine solche “Demonstration gegen Repression” ausgerechnet mein Moabit als Kulisse gewählt hat. Mich würde interessieren, wie viel Prozent der Demonstranten sich konkret für irgendein handfestes Projekt wie die Unterstützung eines Flüchtlingsheims mit Winterklamotten und Spielsachen für die Kinder engagieren. Solche Menschen brauchen wir reichlich. Flaschen- und Böllerwerfer sowie Hassparolenbrüllaffen brauchen wir hier nicht. Fackelzüge aus der politisch anderen Ecke (Wilhelmshavener Straße) übrigens auch nicht. Wir wollen hier entspannt gemeinsam leben und die Chancen derer verbessern, die Unterstützung brauchen.

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Ein Kommentar zu “Knut Pankrath meets Stefan Redlich”

  1. eingetragenes Mitglied des schwarzen Blockes sagt:

    Jobcenter (gar das u25), Arbeitszwang, Bürgeramt, Bürokratie, Innenministerium, $129a, Amtsgerichte, Herrschaftssprache, JVA, Drogenkriminalisierung, Ausländerbehörde, Abschiebung – all das findet sich auf Moabit, deswegen die Kullise; Der fragende Vorwurf, wieviele Demonstrant_innen (es gab gar einen FLTI*_-Block) sich in handfesten Projekt beteiligen, ist doch die gleichzeitige Annahme, das die Grundfesseln der Gesellschaft unberührt bleiben sollen, und nur Symptome abgemildert werden – und so letztendlich eine gemeinsame, solidarische, freiheitliche Gesellschaft endsteht; Diese Analyse des Bestehenden ist nicht weitführend – solange es das Konstrukt der Nationalstaten gibt, wird es Flüchtende geben, solange der Kapitalismus besteht werden diese Menschen als Humankapital benutzt, solange der Rassimus besteht, werden sich Menschen die die Flucht überlebt haben in Lager gesteckt und können sich nicht heimisch fühlen; Du verstehst, ich begrüße die Forderung zur Abmilderung von Symptomen, aber dies wird zu keiner Änderung der Gesellschaft führen; Sapere Aude;