Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Kommunikationsaufsteiger: Blogs

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 15. Mai 2008

Aus zahlreichen Gründen gibt es in den deutschsprachigen Ländern – aus meiner Sicht leider – ein Durcheinander an Begriffen für den kommerziellen Einsatz von Blogs. Somit beobachte ich ein langsameres Wachstum dieses Marktes, als der oft hervorragende Kundennutzen es eigentlich erwarten lässt. Die aus meiner Sicht wichtigsten drei Gründe dafür sind:

  1. Das Massenphänomen Blogs kommt aus mehrzahlig englischsprachigen Ländern. Wenn bereits kleine Betriebe manisch-möchtegern-elaboriert mit Anglizismen um sich werfen (Bäcker: Brötchen and more; Frittenbude: alles auch to go, …) und die Großen der Branche einfache deutschsprachige Begriffe wie Fahrkarten (heissen neurdings Tickets) oder heimischer Telefonanschluss (heisst jetzt T-Home) nicht mehr durchgängig verwenden oder verdenglishen, verwundert es nicht, wenn der Einfachkeit halber der englische Computerslang für grundlegende Aussagen übernommen wird. Wie wir alle spätestens aus dem Cluetrain Manifest wissen, mögen Kunden keine unverständlichen Gespräche mit uns Anbietern.
  2. Der Markt für Businessblogs ist jung und vieleAnbieter und Dienstleister möchten gern lieber eigene Begriffe setzen als sich einem Diskurs stellen, ob das sinnig ist oder wie man das Sprachdurcheinander zum Wohle der angepeilten Kunden und eines stärkeren Marktwachstums eindämmen oder gar beseitigen kann. Ich glaube nämlich daran, dass eine einheitlichere und mehr am Kunden orientierte Sprache den Markt schneller und nachhaltiger wachsen lässt.
  3. Die mir bekannten Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für den kommerziellen Einsatz von Blogs sind in der Tendenz klein bis sehr klein. Ihnen fehlt in der Gesamtheit bislang ein zentraler Marktteilnehmer oder ein Verband oder eine andersartige Organisation, der das begriffliche Heft einfach in die Hand nimmt bzw. eine flächendeckende Diskussion anstoßen könnte, wie die Marktbremse Sprachdurcheinander zu lösen sein könnte.

Mein Beitrag ist inspiriert von diesem Blogeintrag des Blogtrainers Karl-Heinz Wenzlaff, dessen zusätzlich eingeführter Begriff des Small Business Blogs mich gerade in die Nase stach… Vielleicht kommt ja eine zielführende Diskussion in Gang, von der der gesamte Markt profitiert? Das wäre aus meiner Sicht wirklich gut.

So, nun habe ich den Ball zum Blogtrainer zurückgespielt und schaue mal…

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Ein Kommentar zu “Kommunikationsaufsteiger: Blogs”

  1. Karl-Heinz sagt:

    Hallo Knut, danke für deine aufmerksame Lektüre. Der Begriff “Small Business Blogs” ist im Englischen weit verbreitet und bezeichnet gerade Blogs von Freiberuflern und Einzelunternehmern. “Corporate Blog” ist für diese Kategorie meines Erachtens unpassend – wird auch im Englischen eher für Blogs größerer Unternehmen (und “Körperschaften” – aha!) verwendet.
    Weshalb schreibe ich nicht einfach “Business Blogs”? Leider gibt es im deutschen Sprachraum eine Tendenz, auch solche Blogs, die nur zum Erzielen von Werbeeinnahmen (meist Adsense) angelegt werden, als “Business Blogs” zu bezeichnen. Hiervon wollte ich mich durch die Wortwahl abgrenzen. Und das passende deutsche “KMU-Blog” (so nennt es die IHK) gefällt mir nicht.

    Was meinst Du und Deine Leser? Passt der Begriff “Business Blogs” überhaupt ins Deutsche? Lieber gleich “Geschäftsblog”? “Firmenblog”? Oder doch “Unternehmensblog” für alle Blogs mit Geschäftsadresse? Ich bin gespannt.

    Karl-Heinz
    http://www.blogtrainer.de