Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Konsequenz nach Stilproblem?

Erstellt von gemeinschaft am Freitag 25. Juli 2008

Der Kunstverein Tiergarten hatte einen Antrag auf finanzielle Förderung einer Veranstaltung beim Quartiersrat Moabit-West gestellt, der gleichberechtigt mit 57 anderen ins Rennen ging. Als gewählter Quartiersrat für das Gebiet Moabit-West habe ich miterlebt, wie einzelne Personen des Kunstvereins Tiergarten – mit oder ohne Kenntnis und Beschluss der Vereinsgremien – Einfluss auf die Entscheidung dieses demokratisch gewählten Gremiums nehmen wollten, die ob ihrer Form mehr als einem der Betroffenen sauer aufgestoßen ist. Möglicherweise hat dieses mindestens etwas ungeschickt zu nennende Verhalten die eine oder andere Stimme gekostet oder die anderen Projekte waren insagesamt schlicht besser in ihrer Antragstellung.Jedenfalls kam nach der Entscheidung FÜR andere Projekte der Kunstverein Tiergarten auf die wirklich unkluge Idee, in einer Form öffentlich nachzutreten, die in einer zukünftigen konstruktiven Zusammenarbeit ohne sehr gründliche Aufarbeitung abträglich sein muss. Was dabei aus meiner Sicht nicht in Ordnung ist:

  • Der Verein hat internet-öffentlich, durch den Versand von vermutlich zahlreichen Mails und durch Aushang eine für mich und andere im Tonfall unangemessene Reaktion gezeigt.
  • Das Dokument stellt vermeintlich an der Entscheidung beteiligte Personen namentlich an den Pranger. Mir sind mindestens zwei Personen bekannt, die zum Zeitpunkt der Entscheidung nicht mehr Mitglied des Rates waren.
  • Obwohl die Mitglieder des Rates – bekanntermaßen für den Kiez – entweder in ihrer Eigenschaft als Anwohner oder Vertreter bestimmter Organisationen für dieses Ehrenamt zur Verfügung stehen, wird bei mindestens einer Person die Parteizugehörigkeit statt der Einrichtung genannt, für die diese Person steht.

Diese Art des Rundumschlags würde man in der Wirtschaft als unseriös, abmahnwürdig und mehr titulieren. Unseriös wäre es deshalb, weil offenbar keine ernst zu nehmende Recherche vor der geamchten Äußerung stand. Abmahwürdig wäre es deshalb, weil zumindest der Anfangsverdacht auf die Verletzung von Rechtsnormen besteht. Es wäre nahezu verwunderlich für mich, würde das keine rechtlichen oder andere ernsthaften Konsequenzen nach sich ziehen. Wäre ich Mitglied, Freund oder Förderer des Vereins, würde ich ernsthaft darüber nachdenken, ob die aktuell handelnden Personen dem Verein derzeit eher nützen oder schaden und dringend zu Korrekturen im Verhalten oder bei der Zusammensetzung des handelnden Personals hinwirken.

  1. Nachtrag
    Eine erste Reaktion des Quartiersrates formuliert dessen Sprecher Norbert Onken hier.

Und die Moral von der Geschichte für den Geschäftstreibenden: Wenn Sie irgendwo pitchen und nicht den Zuschlag erhalten, seien sie ein guter Verlierer und nehmen Sie es nicht persönlich. Fragen Sie ggf. nach, wo ihr Angebot hätte besser sein können und arbeiten Sie an sich, damit Sie das nächste Mal mit einem Siegerlächeln ans Ziel gelangen. Unterlassen Sie in jedem Fall öffentliche Äußerungen, die Sie spätestens nach drei Tagen bitter bereuen und Ihnen möglicherweise lange Zeit vorgehalten werden. Seien Sie bei öffentlichen Äußerungen gerade bei möglicher Krisen-PR präzise, korrekt und bleiben Sie im Ton IMMER freundlich, wenn Sie sich keine Feinde schaffen wollen.

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