Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Kundenrettung Deutsche Bahn AG

Erstellt von knutpankrath am Freitag 13. August 2010

Problem, mehrstufig

Wie ich bereits unerfreut berichtete, kollidierte mein profaner Ticketwunsch für eine Reise über die Grenzen der Hauptstadt hinaus gestern mit dem Kundenschreck Deutsche Bahn AG Das sollte heute noch ein wenig weiter gehen.

Der nahe gelegenste Fernbahnhof vom Firmensitz aus ist Berlin-Jungfernheide. Dachte ich mir vorhin: Gehe ich mal mit meiner EC-Karte an den Automaten, ziehe mir das Ticket so semi-altmodisch und gut ist. Es sollte anders kommen: Entweder bin ich beim Versteck spielen in der Sucherrolle nicht mehr so geübt und der Automat hat haushoch gewonnen oder es gibt dort tatsächlich keinen. Den Counter meide ich, weil ich die Servicegebühr (Gibt es die noch?) als Frechheit empfinde. Ähnlich wie Verkaufsmessen, wo man Eintritt zahlen soll. Aber das nur am Rande.

Nächste Station also Berlin-Zoologischer Garten. Erfreut entdecke ich gleich einen freien Automaten. Eingabe Abfahrtsort Jungfernheide, Zielort Niebüll, Ergebnis: Eine Meldung, die ich weder verstehe noch wiedergeben kann. Brumm.

Rettung, sehr charmant

Inmitten einer Traube von Automaten und Menschen mit Fragezeichen auf der Stirn steht freundlich lächelnd und helfend meine baldige Retterin. Die junge Frau schnappt sich eine buchungswillige Kundin und begleitet sie zu anderen Automaten, weil dort welche frei sind. Sie schickt sie nicht, sondern begleitet. Die merke ich mir. Auf dem Rückweg zur Automaten- und Menschtraube schnappe ich sie mir.

Nun folgt etwas, von dem das Management der Bahn aus meiner Sicht lernen könnte:

  1. Die junge Frau versucht, mein Problem mit der Fehlermeldung nachzuvollziehen. Schaffen wir auch. Natürlich darf man dem Automaten nicht Jungfernheide sagen sondern Berlin-Jungfernheide. Dann hätte es wohl getan. Warum der Automat für Fernbahnkarten das nicht automatisch annimmt oder nachfragt, ist mir ein Rätsel. User Experience…
  2. Im Internet hatte ich ja bereits ein Angebot gefunden, wo Fahrzeit, Preis und Umsteigerei in einem vernünftigen Verhältnis standen. Die Kundendienstlerin in ihrer mit “Automaten Guide” beschrifteten Dienstkleidung war ein echter Pin Ball Wizard und fand eine noch preisgünstigere Variante für mich. Als Blogger bin ich nicht so tastenfeindlich, aber wie sie durch die Menüs sauste und stückweise mein Vorzugsangebot zusammenklickte fand ich bemerkenswert.
  3. Schön fand ich auch, dass die Frau offenbar auch den Unfug mit Authentifizierung per EC-Karte ja aber bezahlen im Internet nein kannte und mir ob des Nichtverständnisses beipflichtete und trotzdem loyal ihrem Arbeitgeber gegenüber Gründe vorzubringen versuchte.

Hier sehen Sie den Beweis meines letztlich doch erfolgreichen Versuchs, von A nach B zu kommen. Wäre letztlich fast schade, wenn alles glatt gelaufen wäre. Dann hätte ich nämlich nicht so nett davon berichten können. 8-)

Bahnticket

Vielleicht sieht man sich ja in Niebüll? Zuweilen ist die Welt ja recht klein…

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4 Kommentare zu “Kundenrettung Deutsche Bahn AG”

  1. vilmoskoerte sagt:

    Alles wird gut!

  2. knutpankrath sagt:

    Jawoll! Habe übrigens vorhin mal kurz in “die Halle” geschaut. Bereits ohne das zuvor dort anwesende Gammelsurium sieht man wieder Struktur und damit einen Teil der Schönheit des Ortes.

  3. Automatenguide sagt:

    Hallo!
    Vielen lieben Dank für den gelungenen Beitrag! Ich habe mich sehr über ihr Lob gefreut!
    Mit freundlichen Grüßen, ihr Automaten Guide:)

  4. Strategiewoche « Knut Pankrath sagt:

    [...] der angegebenen Zeit werde ich unter Nutzung eines mühsam erworbenen Tickets per Bahn nach Niebüll und retour fahren. Dort erwarten mich für eine Woche mächtig nette [...]