Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Lernbiotop Jugendverkehrsschule

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 14. Oktober 2014

Wie entstehen gute Konzepte für die Verkehrserziehung / Mobilitätserziehung)? Vielleicht aus einer Mischung von Beobachtung, dem Einbeziehen von Ideen Dritter aus Verkehr, Pädagogik und angrenzenden Feldern?

Wir beobachten, denken und teilen hier mal. Auch für Entscheider wie Sabine Smentek und die BVV Mitte, die nicht stundenlang vor Ort hinschauen können, was wir für den Kiez und unseren Bezirk aber gern ehrenamtlich tun. Der in Berlin einsetzende Wahlkampf dürfte die Terminkalender weiter füllen und noch weniger Zeit lassen, Dinge in Ruhe anzuschauen und anzuschieben.

Dienstagvormittag. Anwesend auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule Moabit sind (mindestens) eine Kindergartengruppe mit Erziehern, eine Schulklasse mit Lehrern, ein Polizist.

Beobachtete Elemente, die zu fördern sich lohnt:

  • Die Gemengelage unterschiedlicher Altersstufen von Nutzern erweitert konzeptionell das, was mit SAF und JÜL bereist Alltag an vielen Schulen ist. Es entsteht eine Verbindung vorschulischer und schulischer Bildung.
  • Die ganz Kleinen lernen gefahrenreduziert, dass es immer stärkere Verkehrsteilnehmer gibt und entwickeln einen Blick und Respekt dafür.
  • Die Schulkinder lernen, dass es auch schwächere Verkehrsteilnehmer gibt und üben Rücksichtnahme.
  • Altersmix und Lernerzahl erzeugen ausreichend kleine Verkehrskonflikte und unabhängig von den genauen Erwachsenenregeln merken Kinder schnell einen Bedarf an irgendwelchen Regeln. Dieses eigene Erleben lässt vermutlich im nächsten Schritt besser lernen als berühmte einführende Worte von wem auch immer.
  • Juhu. Mit dem Polizisten erleben die Kinder einen Mann, der sich aktiv um Bildung und Erziehung kümmert. Das ist in den Bereichen Vorschule und Schule nicht unbedingt oft so. Ich fand es sehr knuffig, als einzelne Kinder sich persönlich von dem Mann verabschiedet und bedankt haben.
  • Ein Polizist wird als freundlich, hilfreich und nützlich kennengelernt, was aus meiner Sicht beinahe schon ein Wert an sich ist. Und ja, manche Kinder haben über größere Geschwister und Erwachsene leider auch schon anders zu hören bekommen.
  • Plötzlich der Ruf eines Jungen: “Gegenfahrbahn!” Der geübtere Lerner teilt situationsgerecht durch Warnruf seine Kenntnisse. Als er und der Beinahegeisterfahrer ein Stück zusammen radeln, erklärt der Versteher es dem neugierigen Frager. Vorbilldhaftes soziales Lernen.

Ich war nach dem Besuch vor Ort und meinen Blicken von außen sehr beschwingt. Ach ja, in der Zeit kamen auch noch 2 Erzieher eines Schulhortes das Gelände besuchen, die mit dem Polizisten Modalitäten für Termine und Feriennutzung absprechen wollten. Voll was los da!

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