Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Logoklops im Inselglück

Erstellt von gemeinschaft am Montag 30. Juni 2008

Zum Glück für den nicht eben problemfreien Kiez Moabit-West gab es Geld aus Fördertöpfen mit der Aufschrift “der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Berlin im Rahmen des Programms Soziale Stadt”, um die 3. Moabiter Kulturtage Inselglück zu unterstützen. Das Titelblatt des an sich schicken, weil umfangreichen und sehr hilfreichen Programmhefts schaffte für mich den klatschenden Einschlag in ein unschönes Fettnäpfchen. Woran erinnert das dort in einer Variation verwendete Logo Sie spontan?

Inselglück Logo

äh, nein

Rein zufällig wie mich und eine Reihe anderer Bürger an dieses?

Drehen Sie es vielleicht noch im Geiste so, dass das Schiff Kopf steht, wenn Sie nicht sofort sehen, was ich meine. Gefragt habe ich mich beim Entdecken dieser für mich anstößigen Ähnlichkeit folgendes:

  1. Wer auf den Ebenen Berlin, Bund, Europa hat da mehr oder weniger fahrlässig nicht drauf geschaut oder nicht geschmackssicher gezuckt?
  2. Ist die Verwendung von oder sagen wir optische Anlehnung an Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen inzwischen Kavaliersdelikt in unserem Land und was kommt als nächstes? Swastika-Kunst?
  3. Wie groß wäre der mediale Aufschrei bei einer ähnlichen Entgleisung mit rechtsradikaler Symbolik und sagen wir statt in Berlin irgendwo auf dem so genannten flachen Land?

Künstlerisch zumindest fragwürdig empfinde ich das Cover des Programmhefts als insgesamt reichlich marode, was vorhandene Negativeinstellungen möglichen Besucher von außerhalb verstärken könnte. Wenn ich als Quartiersrat für Moabit-West auf die Bemühungen schaue, hier etwas voran zu bringen, gefällt mir das ehrlich gesagt gar nicht.

Gern biete ich noch eine Moral für Leser an, denen der Einzelfall vor Ort egal sein könnte: Überlegen Sie bei der Arbeit mit Provokationen in Werbung und anderen Teilen der Selbstdarstellung vor einer Entscheidung dafür oder dagegen auch nach, was ggf. an negativen Reaktionen kommen kann. Werden diese durch ein wenig mehr Aufmerksamkeit oder die Freude an einem “leider mißverstandenen Gag” aufgewogen?

P.S. Im Rahmen des Programms der Moabiter Kulturtage durfte ich u.a. mit creezy eine schön schreibende Bloggerin (z.B. das hier) und mit Astrid Jacobs eine bildende Künstlerin kennen lernen. creezy hat blogging unplugged offenbar auch gefallen, wie hier zu lesen ist.

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Ein Kommentar zu “Logoklops im Inselglück”

  1. Kunstverein Tiergarten e.V sagt:

    Wir denken, die Moabiter Kulturtage sind gut angekommen in unserem Stadtteil, viele hundert BürgerInnen engagieren sich an diesen Tagen ehrenamtlich für eine gemeinsame Sache, mehrere tausend besuchen die über 200 Veranstaltungen. Kultur und Kunst verbindet die BürgerInnen Moabits und stärkt das Gemeinschaftsgefühl und das schon im dritten Jahr. Im Zusammenhang mit den Moabiter Kulturtagen kommt es immer wieder zum so genannten ersten Schritt, sie bieten die Grundlage, um ein großes Publikum zu erreichen und erleichtern somit den Start für viele “BeginnerInnen”. Viele begeisterte Rückmeldungen, insbesondere auch aus Moabit West, geben uns den Rückhalt wohl nicht so falsch zu liegen?

    Ihren Vergleich mit dem Logo der RAF finden wir, geht zu weit. Er wurde zwar mehrfach geäußert, ist aber bei einer genaueren Betrachtung nicht haltbar. Auf dem diesjährigen Programmheft der Moabiter Kulturtage ist lediglich ein Stern in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Farben zu sehen und manchmal ist ein Schiff auf dem Stern, das etwas übermütig nach oben springt. Oft ist der Stern auch ohne das Schiff im Programmheft abgebildet. Auch das Schiff ist ohne Stern im Programmheft und fährt am unteren Rand von links nach rechts, wenn Sie das Programmheft schnell durchblättern. Hier ist es übrigens pink. Stern und Schiff ist eine Spielerei, mehr nicht!

    Wenn Sie trotzdem an das Zeichen der terroristischen Vereinigung RAF erinnert wurden, tut uns das aufrichtig leid. Das war nicht beabsichtigt und sollte Sie und andere BürgerInnen nicht in Ihren persönlichen Gefühlen beleidigen. Wir entschuldigen uns an dieser Stelle ganz herzlich für dieses Missverständnis.

    Das gewählte Fotomotiv für das Programm stellt eine Bühne dar, sie ist vielleicht nur aus Euro-Paletten, aber auch auf denen würde sich ein hervorragender Auftritt organisieren lassen – Kunst und Kultur ist kreativ. Die Überwachungskamera erinnert in diesem Zusammenhang an eine wirkliche Kamera und damit stellvertretend an das Publikum. Unser Plakat hat damit die Aussage: Bühne frei, traue Dich!

    Über Kunst lässt sich immer trefflich streiten, das ist klar, aber sie bringt Menschen in Bewegung und damit haben wir unseren Anspruch erreicht.