Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Made in Moabit

Erstellt von gemeinschaft am Mittwoch 25. November 2009

oder: Hurra, es ist ein Verein!

Wenn etwas mit Substanz in der Außendarstellung etwas schwächelt, kann man das schulterzuckend hinnehmen. Das wäre allerdings dumm und resignativ. Oder man kann die Ärmel hochkrempeln und im übertragenen Sinn mit einer Blogparade wie Pagegloss  die Sicht auf den etwas blass wirkenden Gegenstand in Richtung sexy aufpeppen.

Vorspiel

Ganz Berlin döst. Nur auf einer Insel namens Moabit sind ein paar Unternehmer aktiv und schmieden an einem genialen Plan. Sie wollen, dass die Welt mit dem Begriff mehr verbindet als das klischeewiederkäuende Medien tun, denen über Gefängis, Gericht und Ministeriumsbau hinaus oft herzlich wenig dazu einfällt. Denn es gibt vor Ort kleine, mittlere und große Unternehmen, das größte zusammenhängende innerstädtische Industriegebiet Berlins, eine gute Anbindung an nahezu alle Verkehrsträger und noch Platz für neue Ideen und Wachstum. Das geht also was.

Akt

Nachdem über einen längeren Zeitraum die Idee geschmiedet, erhitzt, abgekühlt und anderweitig durchgeknetet worden ist, kommt es am 24.11.2009 zu einem Schritt, der u.a. Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke und Präsident der IHK Berlin Dr. Eric Schweitzer in die Universal Hall auf der Insel Moabit locken: Aus dem zuvor informelleren Unternehmensnetzwerk Moabit wurde durch Anflanschen der Zeichenkette “.e.V.” ein Verein, der u.a. folgendes Aufgabengepäck mit auf den Weg bekommt:

  • Sichtbarkeit der Aktivitäten erhöhen
  • Projektarbeit verstetigen
  • Anzahl der Mitmachenden erhöhen

Anlässlich des Abends wurde auch die Plaktkampagne “Made in Moabit” feierlich und unter Applaus vorgestellt, die zeitnah auch im Stadtbild zu finden sein soll. Hier können Sie bei Interesse die Motive anschauen.

Vorfreude

Es ist gut, dass vor Ort etwas passiert und sich nachhaltige Strukturen entwickeln, um ein wirklich spannendes innerstädtisches Gebiet organisch weiter zu entwickeln. Dem frisch gewählten Vorstand des Vereins sei hiermit von Herzen gratuliert und viel Glück und Erfolg gewünscht!

Um nicht Gefahr zu laufen, als Claqeur abgestempelt zu werden, möchte ich den Herren vom Vorstand jedoch gern noch Hinweise zu ihrer rednerischen Außenwirkung an diesem Abend geben:

  1. Der Vereinsvorsitzende Walter Müller (GFAD) bot leider überwiegend einen Blick auf den bisherigen Weg bis zur Gründung im Redebeitrag, wobei die Aufgaben, Visionen und Pläne erheblich zu kurz kamen. Da wurde für meinen Geschmack Momentum verschenkt, um möglichst viele Neumitglieder zu gewinnen.
  2. Der designierte Schriftführer Oliver Knittel (Arun Werbung) präsentierte die gelungene Plakatkampagne trotz auffordernder Lautstärkeänderungshinweise von außen ein wenig nuschelig, so dass manchem Zuhörer Teile der Botschaft entgangen sind. Gemessen an der Arbeit, die vor dem Termin gelegen haben muss, fand ich
    das schade. Gerade den Pitch eines “Werbemenschen” stelle ich mir schlicht und ergreifend kraftvoller vor.

Ich denke, dass die angesprochnen Herren Profi genug sind, sich ihren Reim auf meine Kritikpunkte zu machen und ggf. Schlüsse daraus zu ziehen.

Ach ja, noch eine Moral für alle von außerhalb: Schauen Sie auf das Beispiel einer aktiven Unternehmerschaft, die unbeirrt von äußeren Einflüssen dicke Bretter bohrt, um gemeinsam etwas zu erreichen, was sie alleine vielleicht nicht hinbekämen.

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