Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

  • Umfragen

    Sorry, there are no polls available at the moment.
  • Werbung

Märchenhalle Moabit

Erstellt von knutpankrath am Sonntag 23. November 2014

Meine Damen und Herren, auch wenn die Traglufthalle zur temporären Unterbringung von Flüchtlingen noch nicht einmal zur vollständigen physikalischen Größe aufgeblasen ist, scheinen mir Aussagen einzelner Personen und Institutionen da schon weiter zu sein. Das Objekt wird von der Berliner Stadtmission betrieben.

Märchenhalle

Märchenhalle Moabit, auf dem Gelände Poststadion

Als Hinweis auf die Dimension hilft es vielleicht, auf die Reihe von Europaletten im Vordergrund zu schauen, die jeweils normiert 120 cm x 80 cm groß sind.

Wie ich darauf komme, hier den Begriff Märchenhalle zu verwenden? Das ist leicht beantwortet, auch wenn das einige nicht hören wollen:

  1. Es wurde öffentlich eine Belegung der Fläche bis Ende Mai als Auskunft gegeben. Zumindest auf einer Vorstellungsveranstaltung ließ sich für mich folgendes Muster klar erkennen: Je präziser die Nachfrage nach Ende der Nutzung bzw. Wiedernutzbarkeit als vollständig intakter Sportplatz zum 1. Juni gestellt wurden, desto sponbobig-schwammiger wurde die Antwort. Das Märchen vom Termin.
  2. Stadträtin Sabine Smentek und die SPD Mitte erwecken den Eindruck, als lehnten sie diese Form der Unterbringung ab. Energische Gegenwehr oder die Forderung nach einer anderen Lösung über ein paar die Landesebene nicht interessierende Aussagen hinaus habe zumindest ich bislang nicht mitbekommen. Ein “Lageso hat angeordnet und wir können da nichts machen” finde ich an dieser Stelle vorsichtig ausgedrückt etwas dünn. Das Märchen von der Gegenwehr.
  3. Wenn ich mal darauf vertraue, dass die eingebaute Technik ausreicht, um auch im kühleren Teil des Winters für akzeptable Innentemperaturen für die Untergebrachten Menschen zu sorgen, frage ich mich, was  ggf. entstehende Schneelast mit diesem bewohnten Riesenluftballon machen würde. Ich nenne das hier der Stimmigkeit halber das Märchen von der Eignung dieser Traglufthalle für eine winterliche Wohnnutzung.

Fragen Sie mich bitte nicht, was ich für bessere Lösungen habe. Ich könnte achselzuckend fragen, ob die Verteilung der hier ohne wenn und aber zunächst aufzunehmenden Menschen über die Bezirke so ist, wie sie sein sollte. Das will nun an anderer Stelle wieder keiner hören.

Nachtrag

13.07.2015.
Natürlich ist der Bau nicht so temporär wie ursprünglich behauptet.
Natürlich ist die Aufenthaltsdauer der Bewohner länger als ursprünglich behauptet.
Natürlich wird das politisch einfach übergangen.
Ein Morgenpost Artikel dazu.
Gibt es inzwischen eigentlich eine Aussage des Landes, ob es nach Abschluss als Notaufnahme für die Wiederherrichtung als voll funktioneller Sportplatz aufkommen wird, wenn der Bezirk schon wunsch- bzw. weisungsgemäß die Fläche zur Verfügung stellt? Wird eine solche Zusage zur Kostenübernahme bezirksseitig aktiv eingefordert?

Verwandte Beiträge