Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Microsoft Word als Hindernis in der Partizipation?

Erstellt von knutpankrath am Montag 10. Oktober 2011

Das Vorfällchen

Das Quartiersmanagement Moabit-West (derzeitiger Beauftragter:  S.T.E.R.N. GmbH)  ist trotz meiner nicht seltenen kritischen Worte offensichtlich bemüht, dass auch ich wieder als Kandidat für die anstehende Wahl zum Quartiersrat antrete. Zu diesem Behufe wurde mir der so genannte Kandidatensteckbrief als Anhang einer E-Mail in den Formaten .pdf für die Variante Ausdruck, auspinseln und .doc als Variante für digitales Ausfüllen und zurückmailen zur Verfügung gestellt. So weit, so gut. Denken Sie vielleicht. Ich nicht.

Exkürschen freie Software

Es gibt gute Gründe für die Verwendung lizenzkostenfrei verwendbarer Software, die Nutzer unabhängig von finanziellen Möglichkeiten in die Lage versetzt, am digitalen Leben teilzunehmen. Dass Quelloffenheit der Software als Hebel für eine transparente Kontrolle des Herstellers ein Wert an sich ist, halte ich für in Sonntagsreden bereits gesicherte Erkenntnis. Allein die Überführung in die gelebte Realität von Verwaltungen und anderen Schnittstellen zum Bürger scheint noch ein wenig Nachhilfe zu benötigen.

Plädoyer für freie Software

Ich wünschte mir, dass an allen Stellen, wo Behörden aller Verwaltungsebenen sowie staatsaufträglich arbeitende Dienstleister direkt mit Bürgern digitalen Kontakt haben, versendete Dateien grundsätzlich in Formaten versendet werden, die mit legal kostenlos nutzbarer Software zu öffnen, zu bearbeiten und zu speichern sind.

Um den Auslöser für diesen Beitrag noch kurz aufzulösen: Trotz einiger Bedenken werde ich erneut für den Quartiersrat Moabit-West kandidieren. Beim Öffnen des Kandidatensteckbriefs (Was für ein seltsamer Name…) mit der aktuellen Version von OpenOffice stellte ich fest, dass irgendwelche Formatierungen in der dämlichen .doc Datei stecken, die die Bearbeitung erschweren. Und ich vermute mal freihändig, dass ich nicht der einzige Kandidat bin, der kein legal lizensiertes Microsoft Word auf dem heimischen Rechner hat. Mit Wordperfect (mitteluralt) sieht die Datei übrigens auch nicht wirklich vorzeigbar aus…

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