Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

MoaFrage #1

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 12. April 2011

Gelegentlich treiben mich lokale Fragen um, auf die ich meiner Vermutung nach auf dem Dienstweg von der erhofft zuständigen Person keine oder zu spät Antwort bekäme. Oder ich bin der Ansicht, dass einer fragt und einer antwortet beim Thema nicht mehr in die Zeit passt, weil meine Beobachtung nicht nur mich interessiert.  Oder aber ich erwarte eine offizielle Antwort, die womöglich verwalterisch korrekt und rechtlich abgesichert ist, aber ein erkanntes Problem nicht löst.

Deshalb hier gleich das praktische Beispiel, dem ich den Namen MoaFrage #1 gebe: Nachdem mir ausbleibendes Essensangebot im Nachbarschaftstreff des Stadtschlosses Moabit aufgefallen war, habe ich bei diesem Beitrag auf moabitonline folgenden Kommentar hinterlassen:

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, gibt es derzeit keinen Küchenbetrieb mehr. Scheint kein Küchenpersonal mehr zu geben oder irgendeine Finanzierung ist geplatzt. Weiss da jemand mehr, das hier veröffentlicht gehörte?

Der wurde später von Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag wie folgt beantwortet:

Wir mussten die Öffnungszeiten des Nachbarschaftstreffs reduzieren, nachdem das Jobcenter Mitte unsere Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahme gecancelt hatte. Ende November lief die letzte Maßnahme mit 9 TN aus; seitdem haben wir keine personelle Unterstützung mehr. Unser Entgelt-Antrag wurde nicht bewilligt mit dem Argument, dass es keine “Klienten” für den Einsatz im sozialen Bereich gebe! (Über die radikalen Kürzungen und das Umsteuern in der Beschäftigungsförderung sollte es mal einen extra Artikel geben). Seitdem betreiben wir den Nachbarschaftstreff mit einem Minijob und vielen Freiwilligen. Geöffnet ist Mo – Fr von 12 – 18 Uhr. Mittagessen gibt’s nicht, dafür entsteht eine neue “Imbisskultur”. In Aussicht gestellt wurden uns fünf Stellen im neuen Programm “Bürgerarbeit”, frühestens ab Mai. Dann gibt’s wieder Aussicht auf ein Mittagessen.

Mit hergestellter Öffentlichkeit fühle ich mich besser. Jetzt könnte nämlich noch der eine oder die andere sein Wissen dazu tun, wer was machen kann, damit die zahlreichen Nutzer des bisherigen Angebots wieder zu einer leckeren, gesunden und bezahlbaren Mahlzeit kommen.

Und komme mir bitte niemand damit, da könne man ja einen Brief schreiben oder sonstwas anderes tun. Soll bitte derjenige machen, der sich dazu berufen fühlt. Ich teile das lieber im Netz mit anderen, die ähnlich denken.

Findet der eine oder andere Leser das sinnvoll oder vergaloppiere ich mich da als mahnender digitaler Bürger?

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