Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

News Aktuell, reloaded

Erstellt von gemeinschaft am Dienstag 16. September 2008

Nach meinem Erstbesuch des Informationstages beim flotten Kind der Mamma dpa und der Ankündigung meines Wiederholungsbesuches war ich beinahe mehr auf Änderungen gegenüber der Vorjahresveranstaltung als auf die vermuteten Inhalte gespannt. Die Neugierde des Businessbloggers wurde auch aus dem Titel des avisierten Vortrages von Sandra Liebich gespeist, der zumindest bei mir die Frage aufgeworfen hatte, ob an Stelle eines Pfeifens im Walde nun sinfonisch Orchestriertes zum Thema Auswirkungen von Internet und Web 2.0 auf “klassischen Journalismus” und die zuweilen im Schlepptau arbeitende PR kommen würde. Hieß es doch raffiniert formuliert “Interaktive Pressearbeit – Was bleibt vom Web 2.0-Hype?“. Aber der Reihe nach:

Was war anders, soweit ich es wahrgenommen habe?
Man hat im Vortragsprogramm nicht mehr auf Mitarbeiter von dpa gesetzt, sondern den Tag inhaltlich allein gestemmt. Das hilft nach außen vermutlich die Eigenständigkeit der jüngeren Marke news aktuell zu kommunizieren und dürfte nach innen das Gefühl stärken, erwachsen zu werden.

Was gibt es zu den Dozenten anzumerken?
(Ich habe 3 von 5 Vorträgen besucht.)

  • Sandra Liebich
    [Link Vortragsfolien]
    Der heimliche (?) Star der Veranstaltung macht einen sehr gekonnten Galopp durch viele Stationen, die etwas mit dem Phänomen Web 2.0 zu tun haben, ohne sich in Geplänkel Blogger contra Journalismus oder ähnliche Sachgassen zu vergaloppieren. Sie löste sich erfreulich oft und gut von den Folien, arbeitet zahlreiche Studien, Zahlen und sonstige Häppchen für das sehr zahlreiche Publikum in den contentösen Vortrag ein. Die Frage “Was bleibt vom Web 2.0-Hype?” beantwortet Sandra Liebich sowohl inhaltlich belegt als auch pragmatisch mit einem gedächtniszitierten “Man kommt nicht dran vorbei.” Wenn das bei der Zielgruppe ankommt, stehen verschiedene spezialisierte Blogdienstleister bereits Tastatur bei Fuß bereit… Eine ihrer Aussagen stelle ich mit meinen Zweifeln behaftet gern der eigenen Bewertung: So wurde mir die teilweise ganz schön bröckelnde Leuchtturmfunktion bislang bekannter Medienmarken zu stark betont. Ob das eine Art Trost für fallende Zahlen bei Rezipienten und Werbeschaltungen sein sollte? Ich setze gern dagegen, dass bisherige Marken ohne tragfähige Web 2.0 Strategie schneller als bislang womöglich vermutet verblassen werden.
  • Tanja Cordes
    [Link Vortragsfolien]
    Das aus meiner Sicht sehr dankbare Thema internationaler PR wurde für mich ambivalent bearbeitet. Es steckt eine offensichtlich große Fleissarbeit z.B. im angeführeten Beispiel rund um das Medienland Indien, was von mir immer Pluspunkte gibt. Hätte ich Fragen in diese Richtung, hätte ich jeden Grund, mich mit Tanja Cordes in Verbindung zu setzen, um von ihrer Fachkompetenz zu profitieren.Was mir am Vortrag selbst nicht so sehr gefallen hat, dass ich in meiner Wahrnehmung zu viele Bullets um die Ohren gepfiffen bekam und mir innerlich ein death by powerpoint übers geistige Laufband rollte. Vielleicht liegt das daran, dass ich mich in Sachen Präsentation u.a. hier als Rezensent betätigt habe und es eines meiner aktuellen Themen ist.
  • Thomas Wagensonner
    [Link Vortragsfolien]
    Der Mann spielt mit seiner Stimme, moduliert effektvoll mit der Lautstärke und hat auch sonst einiges an Handwerkszeug und Inhalten parat, um das Publikum bei der Stange zu halten. Das war für mich handwerklich grundsolide. Da das Thema für mich und meine Kunden aktuell nur nachrangig relevant ist, war das in Ordnung, ohne weitere Phantasien bei mir anzuregen.Aus meiner Sicht ist Thomas Wagensonner aber ein inhaltlich kapitaler Fehler unterlaufen, der zumindest in meiner Wahrnehmung einen Zuhörer gut auf eine falsche Fährte schicken konnte. Es wurde als Beispiel für die gute Nutzung von Audio-PR über das Radio hinaus der Schlämmerblog unrelativiert benannt. Durch das bei “klassischen” Agenturen nicht auszutreibende Kampagnendenken mit Start- und Enddatum hat sich das Schlämmerblog nämlich auf der Zeitachse in ein Kommunikationsproblem für den Auftraggeber und hoffentlich auch die Agentur verwandelt, wie man z.B. hier oder hier nachlesen kann. Sollte meine an dieser Stelle berufsbedingt aufmerksame Beobachtung eine nicht korrekte gewesen sein, werde ich natürlich den notwendigen Raum zur Klärung bereitstellen. In Zeiten von Web 2.0 geht es schließlich ums Teilen, gemeinsames Lernen und befördern von Gruppeninteressen durch Akkumulation von Inhalten und Hinweisen.

Soviel zur eigentlichen Veranstaltung.

Einem vor Ort ausliegenden schicken 6-Seiter (“Internationales Kommunikationsforum 2008″) entnahm ich, dass dort u.a. folgender Fachbeitrag von Dave B. Armon dem Präsidenten von PR Newswire zu hören sein wird: “Blogs, Citizen Journalism and beyond – Herausforderung für PR-Verantwortliche”. Auf Nachfrage wurde mir bedeutet, dass es wahrscheinlich sei, dass es einen Podcast oder eine andere Medienabbildung dieses Vortrages auf der Seite von News Aktuell geben wird. Ich hoffe, dass ich rechtzeitig daran denke, das hier später zu verlinken…

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