Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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ÖPNV und Sprachkompetenz

Erstellt von knutpankrath am Montag 23. November 2015

Wo im Großen?

Wir befinden uns in Berlin. Die Stadt hat aktuell über den Daumen 3,5 Millionen Einwohner. Etwa 1/4 davon soll über einen Migrationshintergrund verfügen. Die Wikipedia ergänzt zum Tourismusziel Berlin: “Im Jahr 2014 wurden rund 28,7 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben gezählt.”

Wo im Detail?

Wir befinden uns in einem Bus der Linie 123. Dieser fährt als prominenteste Haltestelle den Hauptbahnhof an. Mit Fahrgästen aus aller Damen und Herren Länder ist also durchaus zu rechnen.

Was passiert?

Ein junges Touristenpaar, dessen Genpool meiner Vermutung nach in Asien gestanden haben könnte, spricht mich a) sehr freundlich b) in akzentfreiem Englisch und c) mit Bargeld in der Hand an, wie man denn zu einem Ticket käme. Sie ergänzen noch vor meiner Antwort, der Busfahrer habe sie wohl nicht verstanden. Das halte ich für eine britisch höfliche Umschreibung dessen, was sie beim Fahrer vorn erlebt haben.

Ich antworte, dass es am einfachsten denn doch am Automaten in U- und S-Bahnhöfen ginge, weil diese mehrsprachig sind. Bei ihrem offensichtlichen Tagesplan (Fremdenführer mit mehreren Lesezeichen) wäre eine Tageskarte ein guter Kauf. Erst nachdem ich mit einem freundlichen Dankeschön versehen den Bus verlassen habe, weil ich ein konkretes Ziel und keine Zeit für Kringel hatte, fielen mir Dinge ein, die ich hätte tun können. Ich hätte mit den beiden zum Busfahrer gehen und sprachmitteln können. Ging in dem Fall nicht so gut, weil ich raus musste. Ich fand es im Nachgang eher peinlich, dass die Weltstadt Berlin an diesem Touchpoint eher schwach performt hat, um mal ein wenig Neusprech einzuflechten.

Fragen an den ÖPNV, hier: BVG

Werden Englischkenntnisse oder Kenntnisse weiterer Sprachen über deutsch hinaus vom fahrenden / kontrollierenden Personal bei einer Bewerbung erwartet? Bietet die BVG Mitarbeitern mit operationellem Kundenkontakt Fortbildungen an, um Ticketverkäufe in englischer Sprache gut handhaben zu können? Wird in der Personalabteilung darauf geachtet, dass auch Mitarbeiter im Bestand über wünschenswerte grundlegende Englischkenntnisse verfügen bzw. ihnen das als Ziel vermittelt wird?

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2 Kommentare zu “ÖPNV und Sprachkompetenz”

  1. Arno sagt:

    Naja – Fremdsprachen? Ich bin mir nicht mal sicher ob die Kollegen überhaupt alle einen Führerschein haben.

  2. Maren sagt:

    Gestern war ich auf einem Bus der Linie M19. Nachdem die automatische Ansage “Wittenbergplatz” endete, sagte der freundliche Busfahrer “Next Stop is the KaDeWe. You find it on the other side. Bye bye.”
    Nicht nur ich habe mich darüber sehr gefreut :-) .