Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Patente Geschäftsidee mit Crowdsourcing für Geeks

Erstellt von knutpankrath am Freitag 10. Juni 2011

BPW Kontaktabend

Es ist gut ein Jahr her, als ich 2 junge Männer beim Kontaktabend des Businessplanwettbewerbs Berlin Brandenburg traf. Ich erinnere mich noch an ein konzentriertes Gespräch, bei dem eine spannende Idee präsentiert und ich als möglicher Dienstleister auf nette Art abgeklopft wurde.

Rechercheplattform gegen Produktpiraterie und unfaire Patente

Ein Jahr später haben die jungen Männer etwas vorzuweisen: Ihre gegründete Firma bluepatent UG und die dazu gehörige Webseite, die eine zentrale Rolle im Geschäftskonzept spielt. Nach eigener Darstellung leistet diese Seite einen interessanten Beitrag in der Auseinandersetzung mit Patenten:

“BluePatent ist eine Crowdsourcing-Plattform für Recherche-Dienstleistungen im Schutzrechtsbereich. Wir bringen Unternehmen mit einer globalen Recherche-Community zusammen. Die Unternehmen sichern sich dadurch entscheidende Vorteile im IP-Management. Und erfolgreiche Rechercheure werden für ihre Arbeit mit Prämien belohnt.”

Das klingt sehr interessant und hat das Zeug, verschiedenen Akteuren Nutzen zu stiften. Das “IP” dürfte in diesem Zusammenhang mal nicht das internet protocol sein sondern für intellectual property stehen.

Wirtschaftsteilhabe für und mit Geeks

Besonders interessant finde ich den Ansatz, dass jeder Rechercheur werden und beitragen kann, der sich mit der zu klärenden Frage auskennt. Gefragt sind letztlich hochzuladende Dokumente, die zur Klärung beitragen können. Neuartig dürfte der Hebel sein, dass an Stelle des vermutetermaßen oft allein arbeitenden Patentanwaltes zahlreiche Rechercheure fallweise ihr aktuelles Wissen und ihnen zugängliche Quellen auf Verwertbarkeit hin überprüfen.

Mit Geeks bezeichne ich an dieser Stelle abweichend von der üblichen Benutzung des Begriffs alle leistungsorientierten und durchblickenden Menschen unabhängig vom Geschlecht aus eher ingenieurigen und naturwissenschaftlichen Bereichen wiebespielsweise

  • Informatiker
  • Physiker
  • Chemiker
  • Elektrotechniker
  • Maschinenbauer
  • Wirtschaftsingenieure
  • Biologen

Das Lesen der Vielen fokussiert sich in der Plattform und für einige der fleissigen Leser monetarisiert sich ihre Mühe, die sie sowieso aufwänden, um immer auf dem Laufenden zu tun.

UMTS

Als vergleichsweise technischer Laie habe ich mir einen Rechercheaufruf mit dem Thema Kanal-Zugriffsteuerung eines UMTS-Telefons angesehen. Inhaltliches Verständnis versuche ich erst gar nicht vorzutäuschen. Mir fiel aber gleich jemand ein, mit dem ich vor Jahren in einer Softwarefirma (UniWare) gearbeitet hatte und der später bei einem Telekommunikationsunternehmen in der Entwicklung tätig war und es vielleicht noch immer ist. Den könnte ich ja darauf hinweisen. Es sei dahingestellt, ob er genau passende Kenntnisse einbringen mag und kann. Allein der Mechanismus der Weiterverbreitung und Multiplikation scheint mir bemerkenswert genug.

smart social media

Als Sohn eines inzwischen pensionierten Mitarbeiters des deutschen Patentamtes mag ich den Ansatz, die Wirkungsprinzipien von social media konsequent auf einen Nischenmarkt zu übertragen. Deshalb drücke ich dem Team von bluepatent gern die Daumen, dass ihre Idee schnell genug verstanden wird, auf dass viele Prämien an Rechercheure ausgeschüttet werden können!

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Ein Kommentar zu “Patente Geschäftsidee mit Crowdsourcing für Geeks”

  1. Constantin sagt:

    Die Idee ist allerdings nicht neu und wird in den USA bereits seit 2008 sehr erfolgreich umgesetzt:

    http://www.washingtontimes.com/news/2008/nov/24/internet-firm-reward-researchers-patents-evidence/

    http://www.articleonepartners.com/

    Aber Konkurrenz belebt ja das Geschäft …