Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Politdrogen entdeckt

Erstellt von knutpankrath am Freitag 8. Juni 2012

Irgendwann musste es ja passieren. Bei der mindestens gefühlt zunehmenden Anzahl zurückgetretener Minister und anderer Repräsentanten und -onkel hat irgendwer in einem Gastronomiebetrieb (Leydicke, Zwiebelfisch oder StäV?) eine Tasche liegen gelassen. Darin fand ein findiger, windiger Journalist Reste von Politdrogen, deren Existenz die eine oder andere Höchstleistung ebenso erklärt wie manche Minderleistung.

Glücklicherweise wurde das Material einem seriösen Blogger wie mir zugespielt. Wer weiß, was sonst an den Klowänden des Nichtinternet (Zitatanspielung alt & matt) gestanden hätte…

Einige der teils recht hübsch gestalteten bunten Pillen befinden sich noch in der Analyse. Es gibt aber bereits erste Ergebnisse, die ich gern mit Ihnen teile. Nachgewiesen werden konnte:

  • Mogilat
    (nicht von Medinova). Das Mittel hilft, gezielt Zusammenhänge oder Verantwortung zu vergessen. Der Patient hat keine Erinnerung mehr und damit kein lästiges schlechtes Gewissen. Beliebt besonders vor Amtseiden, Untersuchungsausschüssen und im Wahlkampf. Überdosierung führt zur gelegentlichen Abgabe von Ehren- und Passwörtern in der Öffentlichkeit.
  • Aspirantol
    (nicht von Bayer). Das Mittel ersetzt gründliche politische Nachwuchsarbeit, wie sie z.B. in Sportvereinen mit Profiabteilungen üblich und sehr erfolgreich ist. Der Patient, der das Medikament zu Beginn oft von einem Mentor angeboten bekommt, traut sich ohne Ausbildung und sonstige Kompetenzen Aufgaben zu, an denen er oder sie ohne weitere Drogengaben nach menschlichem Ermessen scheitern müsste. So reicht die Sichtung eines ICE in malerischer Landschaft schon mal zur Ernennung zum Verkehrt- äh – Verkehrsminister. Das halten einige für eine echte Ramsauerei. Mit erfolgreicher Schwangerschaft scheint sogar bereits eine Überqualifizierung für das Familienressort vorzuliegen.
  • Renitentol
    (Nicht von Novartis). Dieses Mittel macht aus mitdenkenden, also enervierenden Volksvertretern, deren Natur zunächst nicht das Herumsitzen ist, brave Platzhalter, die sich leicht in stundenlang dauernde Ausschüsse schieben lassen. Das Mittel wird oft derart überdosiert, dass Parlamentarier auch nach der Arbeit in Restaurants weitersitzen und durch reichliche Gaben von Speisen und Getränken figürlich hypertrophieren. Doppelkinn, Spitzbauch und Wurstfinger sind Krankheiten, die inzwischen womöglich auf Tauglichkeit zur Berufskrankheit untersucht werden. Jede Kalorie bringt den durch Fettleibigkeit leistungsunwillig gewordenen Menschen seiner Frühverrentung näher.

Wenn Sie also mal wieder nicht auf Anhieb verstehen, was in der Politik gerade passiert, wissen ja jetzt mehr. Haben Sie ein wenig Mitleid. Nicht alle sind für Ihre Taten verantwortlich. Und auch diese Menschen haben ein Recht auf Resozialisierung. Beispielsweise durch Abwahl.

Wer weitere sach- oder lachdienliche Hinweise zum Thema hat, möge diese per Kommentar kundtun oder mir die Materialien zuspielen. Ich mach was draus. Bloggerehrenwort.

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