Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Positive Körpersprache

Erstellt von knutpankrath am Montag 21. Juni 2010

Rezension, etwas unsystematisch

Das Buch Positive Körpersprache von Jan Sentürk aus dem BusinessVillage Verlag erfrischt optisch mit den Verlagsfarben (?) orange – grün. Nachdem ich zwischen dem korrespondierenden Buchblitz, der Lektüre und dem Akt des Aufschreibversuchs mal wieder mehr Zeit als erhofft verstreichen ließ, muss ich gerade noch ein wenig blättern.

Unterhaltungsfaktor

Wer erfolgreich viel wichtige real-world Menschenkontakte in seinem Arbeitsalltag lebt, wird oft sanft nickend über Aussagen hinweg gehen und das Werk zur Bestärkung eigenen Handelns nutzen können. Die Auswahl der Behandelten Ausdrucksbespiele und -situationen ist nach meiner aus dem Stehgreif getroffenen Einschätzung im besten Sinne ein Potpourri dessen, was “da draußen” so los ist. Man kann sich dem Thema Körpersprache mit dem Buch nähern, ohne diese vielen Menschen unangenehme Situation “Wir spielen jetzt Seminar” erleben zu müssen.

Nützlichkeitsfaktor

Techies, Newbies, Quereinsteiger

Aus meiner aktuellen Sicht haben all die den größten Nutzen, die noch keine 100 Präsentationen, oder 500 Kundengespräche samt ordentlicher Nachbereitung geführt haben. Denn jeder mit ein wenig Hang zur Reflexion wird sich irgendwann auch selbst fragen, warum und wie er oder sie wirkt. Die schlagwortartig und grob abgesteckte Personengruppe könnte mit dem Buch schneller in die Suche dessen einsteigen, was an Außenwirkung noch nicht rund läuft.

Die Heimtücke an dieser Situation nach meiner Erfahrung jedoch ist, dass noch nicht klar ist, was an fehlendem Faktenwissen oder mangelnder Übung denn welche Auswirkung haben wird, so dass man prima an äußeren Symptomen feilen kann, ohne die zu Grunde liegende Ursache zu beseitigen.

Vertriebler, alte Hasen, Systemkarrieristen

Ich bilde mir mal ein, dass für zahlreiche Profis der Nutzen des Buches zunächst auf die Erinnerung beschränkt ist, dass es neben anderen wirklich oder vermeintlich leichter beeinflussbaren Dingen auch noch weitere Zutaten einer erfolgreichen Kommunikation gibt. Um es nicht kleiner zu machen als es ist: Gerade in Situationen, wo es plötzlich nicht läuft, ist es wirklich hilfreich, auch solche Punkte wie eine geänderte Körpersprache auf Fehler abzuklopfen…

der “eigene Weg”

Die spannendste Frage im Sinne von Diskurs oder gar Streit finde ich die, ob es tatsächlich den Weg gibt, von außen (bewusst und “künstlich”) Handlungen zu begehen und damit innen etwas zu verändern, auf dass dann später unbewusst und selbstbewusst kommuniziert werden kann. Ersetzt also ein Seminar mit geschaffenen und beherrschbaren Situationen das Stahlbad dessen, was die berufliche oder private Realittät eines Menschen ausmacht? Ich bin derzeit – durchaus voreingenommen durch meine Einstellung zu aufgezwungenen Seminarteilnahmen aus meiner Angestelltenzeit – eher der Ansicht, dass Realität nicht testweise gespielt werden kann. Das speist sich u.a. aus der Beobachtung, dass Seminare die denkbare Zahl von Parametern immer arg begrenzen muss.

Wertung bzw. deren Ersatz

Ich kann und mag gerade nicht klar sagen, wem ich das Buch besonders ans Herz legen mag und wem eher nicht. Bei Interesse am Thema erhielten Sie in jedem Falle einen ordentlich strukturierten Einstieg an die Hand, der amüsant zu lesen ist und der auch nicht behauptet, dass sie nach 3 neuen Übungen besser als Steve Jobs präsentieren können. In einer Zeit, wo mancher Berater seinen Schnabel mindestens so weit aufreißt, finde ich das eine reife und seriöse Leistung. So nun sehen Sie selbst, was Sie mit meinen Gedanken anstellen…

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