Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Rathaus Tiergarten Zentrum des Glücksspiels

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 1. April 2014

Stop. Halt. Erst lesen und dann reagieren. Wer mag, kann zwischen Lektüre und Reaktion auch gern denken. Das kostet ja nicht viel.

Begehung Turmstraße

Ich bin heute die laut Wikipedia 1.800 Meter lange Turmstraße entlang geschlendert. Das tat ich nicht, weil diese Straße in meinen Augen besonders schön wäre. Vielmehr wollte ich schauen, an wie vielen Orten offensichtlich Angebote gemacht werden, die der Flaneur als Einladung zum Glücksspiel verstehen könnte. Unter Glücksspiel verstehe ich hier – ggf. abweichend von aktuell geltenden Rechtsnormen – öffentlich zugängliche Orte, wo folgender Mechanismus bedient wird: Der Kunde setzt Geld ein, es findet ein von ihm nicht kontrollierbares mehr oder weniger zufälliges Ereignis ein und abhängig vom Ergebnis gewinnt der Kunde Geld dazu, verliert einen Teil seines Geldes oder der gesamte Einsatz ist weg. Das Geschäftskonzept der Betreiber verkauft mathematisch betrachtet mäßig bis schlecht begründete Hoffnung auf schnelle Geldvermehrung des Kunden.

Ergebnisliste

Angebote des Typs [gefühltes] Glücksspiel gab es jeweils in Geschäftslokalen in der Turmstraße Nummer 9, 19, 50, 73, 76 und 78. Verwendete Bezeichnungen, die dabei werblich ins Auge stachen, waren: Sportwetten, Casino, Spielothek, Automatencasino. Bei einer Straße mit Höchststraßennummer 93 finden wir somit statistisch etwa alle 15 Häuser ein solches Angebot bzw. auf jedem 300m Stück ein solches Angebot. Das finde ich beachtlich viel.

Rathaus als Mitte

Das Rathaus Tiergarten liegt grob hingeschaut in der Mitte der Turmstraße, weshalb ich es es in der Überschrift des Beitrags geometrisch zum Zentrum des Glücksspiels gemacht habe. Interessant übrigens, dass das Rathaus Tiergarten dank des Mathilde-Jacob-Platzes nicht über eine Postadresse Turmstraße verfügt.

Flanierstraße

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich könnte gut auf alle 6 Angebote zum Glücksspiel nach meiner Definition verzichten. Keiner dieser Orte lädt mich zum erfreuten Verweilen ein. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn sich Politik und Bürger gemeinsam überlegen, ob sie nicht ein Anrecht darauf haben, das Antlitz der Turmstraße aktiv zu gestalten statt es gefühlt Fehlentwicklungen hinterher laufend nur zu verwalten. Bei dem Teil gesetzlich klar definierter Spielhallen hat das ja auch u.a. über eine Petition und viel Rückenwind aus verschiedenen Richtungen geklappt und zum Berliner Spielhallengesetz geführt. und nun herzlich gern Sie:

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