Knut Pankrath

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Runder Tisch Turmstraßenfest

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 5. Oktober 2010

eine Hand voll Fakten

Der Privatmann Frank Wolf hatte zum runden Tisch über die Zukunft des Turmstraßenfestes gebeten und geschätzte 25 Personen folgten seinem Ruf. Dabei haben eine Reihe von Menschen mit sehr unterschiedlichen Interessen miteinander statt übereinander gesprochen. Das allein spricht für ein gutes Kiezklima. Es war fast schon erstaunlich, wie gesittet es zuging, bedenkt man allein die teils sehr emotionalen Charaktere, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Thema beschäftigen.

Es war u.a. der Moment gekommen, wo vermutlich deutlich wie lange nicht ausgesprochen wurde, was für Auswirkungen welche Form der Finanzierung und Organisation nach sich zieht. Das derzeitige Konstrukt ohne Fördergelder führt u.a. dazu, das die Händler und Schausteller meinen, sie würden die Künstler auf den Bühnen allein kraft ihrer Leistung den Auftritt ermöglichen.

Das größte greifbare Ergebnis des Abends war für mich, dass alle sich einig waren, dass der begonnene Dialog zeitnah fortzuführen ist. Dazu wird es u.a. eine Auswertung der gesammelten Fragebögen geben und ein Diskussionspapier erstellt, das Frank Wolf und Knut Pankrath erstellen wollen.

eine Hand voll Fragen

  • Wieviel bleibt für den Kiez hängen? Steuern, Abgaben und Gebühren sind da die eine Seite, aber Händler, Gewerbetreibende und Künstler mit klarem Moabitbezug wären die andere.
  • Ist die Turmstraße zukünftig mehr als die Festfläche, auf der ein Troß Durchreisender ohne Bezug zum Kiez Essen, Getränke und anderes verkauft?
  • Wie passt das Turmstraßenfest in das sich erst schwach abzeichnende Bild, welches beispielsweise Unternehnehmensnetzwerk, die Quartiersräte und andere Institutionen zu entwickeln versuchen?
  • Was hat es zu bedeuten, dass nicht alle innerlich erwarteten (politischen) Parteien und Personen Zeit für den Termin gefunden haben?
  • Werden Straßenfeste insgesamt trotz gewisser Bauchschmerzen nur gern genehmigt, weil die Parteien sich mit ihren Ständen mehr Menschen als sonst zeigen können?

eine Hand voll Meinung

In der bisherigen Form repräsentiert das Fest für mich zunehmend weniger das Selbstbild des derzeitigen oder des zukünftigen Moabit. In der Reihenfolge des mir Einfallens bleiben mir hier wohnende Migranten, Menschen ohne Feierbudget  und Menschen mit ein wenig höheren Ansprüchen  zu deutlich außen vor.

Ich halte es im Sinne einer Zukunftsfestigkeit für notwendig, dass die beteiligten Parteien auf Augenhöhe miteinander reden. Ohne eine Differenzierung des Festes u.a. durch wirklich zugkräftige Kultur und echte Kiezverankerung kämen wir in eine gefühlte Besatzung durch Außenstehende, die der sich entwickelnden Identität von Moabit nicht hilft.

grüne Ampel

Alles auf grün?

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5 Kommentare zu “Runder Tisch Turmstraßenfest”

  1. Jaqueline sagt:

    Ich sag nur:Wohl gesprochen ! ( Gut gesprochen) Applaus.

  2. knutpankrath sagt:

    Vielen Dank Frau Nachbarin. Ein Lob aus einem auch zur Kritik fähigen Mund versüßt mir diesen Teil meiner Herzenskiezarbeit.

  3. Rané Schmidt sagt:

    Lieber Knut Pankrath,

    eigentlich haben wir alle mit anderen Projekten genug zu tun, um uns mit einer
    “…..gefühlte Besatzung durch Außenstehende” auseinanderzusetzen.
    Denn erstmal müsste wirklich das Gewerbe an der Turmstrasse mit
    einbezogen werden, wobei die Gastronomie Vorteile gegenüber einem,
    z.B. Optiker, hat (der könnte vielleicht Sehtests anbieten).
    Dann müssten die Kosten für Absperrungen berlinweit gesenkt werden.
    Aber die Finanzierung durch das ansässige Gewerbe (zahlen ja eh dort Miete)
    ist weitaus schwieriger als durch Standmieten von Außenstehenden.
    Und der Optiker wird bestimmt nichts spenden, wenn vor seinem Laden
    ein Riesenverkaufsstand von einem Sockenverkäufer steht.
    Ich sehe für so ein großes Fest, wenn es denn wirklich für den Kiez
    sein soll, nur eine Mischfinanzierung aus Spenden, Standgebühren
    und öffentlichen Mitteln (z.B. fürs Bühnenprogramm).
    Und diese ganze Vorbereitung nimmt viel Zeit in Anspruch und von daher
    bin ich für ein Aussetzen dieses Festes.

  4. knutpankrath sagt:

    Lieber Rané Schmidt,
    in Deinem Beitrag stecken mal wieder ein paar Punkte drin, die ich gleich so unterschreiben kann. Es stimmt schon, dass gerade einige der aktiveren Akteure im Kiez ganz hübsch zu tun haben. Und natürlich ist ein Fest der bisherigen monumentalen Ausmaße eine einzige Finanzierungsknobelei, gerade wenn man sich mehr aus meiner Sicht notwendigen Kiezbezug wünscht. Das ist eigentlich ein Grund mehr, dem Gedanken eines Aussetzens des Festes ein wenig mehr Raum zu geben. Meine kleine Umfrage ruft in meiner Kurzinterpretation schließlich auch: ALLES NEU.

  5. Rané Schmidt sagt:

    Lieber Knut Pankrath,
    die Bezeichnung “Digitaler Hausmeister” für die Arminiushalle
    finde ich hervorragend *lieblächel*.
    Eine Umfrage der Gewerbetreibenden entlang der Turmstrasse
    und der Mieter wäre ja eh die Grundlage (die Seitenstrassen
    noch hinzuzunehmen wäre wohl zuviel).
    Allein sich auf die Fragestellungen zu einigen und dann auch wirklich
    alle zu befragen, ist schon aufwendig. Aber “Stuttgart21″ zeigt, dass
    es besser ist, die Bürger vorher zu befragen, als Millionen öffentlicher
    Gelder zu verschwenden.
    Und für den Wedding hätte ich die Idee eines Leopoldplatzfestes statt des
    Müllerstrassenfestes, aber das wäre eine enorme Herausforderung *g*.