Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

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Schilder erwachet!

Erstellt von knutpankrath am Samstag 9. November 2013

Wer bin ich?

ich schild

Schild, chillend

Ich bin ein Schild. Mein bisheriges Leben verlief in recht erfreulichen Bahnen. Ein Auftraggeber sorgte dafür, dass mein Körper und meine Aufhängung derart ausgelegt wurden, dass ich lange hängen kann. In Sachen Optik habe ich noch mehr Glück gehabt. Da hat sich ein Mann namens Janosch richtig Mühe gegeben und damit für eine schildüberdurchschnittlich schöne Bedruckung gesorgt. Nun stehe ich hier an einem weniger schicken Poller als ich und ruhe mich ein wenig aus. Und ich mache mir Gedanken. Bin nämlich Schilderphilosoph.

Alle haben Rechte

sprecher und zuhörer

Hör-, Sprech-, Geh- und Bleiberecht

Bei der Grübelei über mein Leben habe ich festgestellt, dass alle Redner und Zuhörer hier offenbar Rechte haben. Sie können kommen und gehen, wie sie mögen. Sie können reden oder auch nicht. Das gilt gleichermaßen für Auslober des Preises, Initiatoren der Aktionen, Baumarktvertreterinnen, Bezirksbürgermeister, Anwohner und Freunde des Kiezes. Nur ich als im Mittelpunkt stehendes Schild darf fast nichts. Das geht so nicht weiter. ich habe von Schildbürgern gehört. Also fordere ich für meine Kollegen und mich auch Schildbürgerrechte! Moabit darf kein Ort bleiben, wo Schilder rechtlos und ohne beteiligt zu werden herumhängen. Selbst das doofe Auto im Bild hat sich das Recht genommen, behindernd im Weg zu stehen und der bekannt kiezfreundliche Polizist hat es nicht verjagt.

Preisgeld her

kollege scheck

aus Scheck mach schick

Viele Menschen im Kiez haben mit angepackt, damit die Emdener Straße netter wird. Ich mag das. Deshalb will ich auch nichts gegen meine tolle neue Heimat sagen. Vielmehr rege ich ergänzend an, dass ein Teil des Preisgeldes für einfachste Schildbürgerrechte verwendet wird. Pro Jahreszeit sollte eine sanfte warme Wäsche drin sein. Auch ist die dauernde Hängearbeit ohne sportlichen Ausgleich und wenigstens einen Urlaub im Jahr z.B. in Schilda einfach zu viel. Kein Wunder, dass immer mehr Schilder berufsunfähig werden. Und vernünftige Reha für Schilder? Fehlanzeige.

Schaut auf dieses Schild

mein platz

endlich zu hause

Ich beziehe mich auf Ernst Reuter, wenn ich hier und heute sage: Ihr Völker dieser Welt, schaut auf dieses Schild! Um die Dringlichkeit für die gerechte Sache der Schilder zu unterstreichen, habe ich bei der Montage den Philip Schreiterer in die Hand geschnitten. Tut mir auch leid, denn er ist ein guter Junge. Aber offenbar gibt es viel mehr Aufmerksamkeit, wenn ein Unfall oder schlimmeres passiert. Ich hoffe, dass die nächsten erfreulichen Schilder im Kiez von diesem Aufruf profitieren und wir fröhlich für alle Bewohner leuchten und es auch uns gut dabei geht! Macht´s gut Nachbarn, wie Hans-Werner Kock immer so schön sagte…

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Ein Kommentar zu “Schilder erwachet!”

  1. Knut Pankrath » Blog Archiv » Schildbürgerstreich? sagt:

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