Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Servicedetails

Erstellt von gemeinschaft am Donnerstag 6. September 2007

oder: Wie genau nehmen es Ihre Kunden?

Am Dienstag den 4.9.2007 veranstaltete die Saarländische Galerie – für mein Gefühl mit breiter Brust und dem Gastredner Prof. Dr. Christoph Stölzl – die Vernissage der Karl Kunz – Retrospektive. Dabei war tendenziell vermutlich vorab klar, dass nicht alle Interessierten ohne unfeines Gedrängel in den Raum der Rede passen würden. Also stand im Nachbarraum vorsorglich ein optisch nicht eben herausragender Lautsprecher, dem man funktioneller zu sein unterstellte, als es die Realität dann leider belegte. Es war wenig bis nichts zu verstehen. Ein einfacher Soundcheck hätte diese kleine Peinlichkeit verhindern können.

Wie möglicherweise auf Veranstaltungen dieses Kalibers üblich, wurden kleine Häppchen nebst Weiß- und Rotwein sowie Wasser gereicht. Trotz der möglicherweise überdurchschnittlichen Besucherzahlen schnurrte das Serviceteam geschmeidig und freundlich vom einen sich neigenden Glas zum anderen, was für die richtige Durchmischung von ernsten und schon sanft beseelten Kunstliebhabern gesorgt hat. Zum gefühlt lebendigsten Zeitpunkt der Vernissage kurz nach der Rede von Prof. Stölzl musste ein Serviceteam unter für meine Ohren zu lauten Vorsichtrufen mit einem fahrbaren Leergutkasten voll Weinflaschen mitten durch die beiden belebtesten Räume der Galerie rumpeln. Dabei habe ich mehr als ein sich rollendes Augenpaar beobachtet. Punkte verschenkt in meinen Augen.

Was ich als Moral der Geschichte für die Leser des Blogs herausdestillieren möchte: Wenn Sie etwas kundenorientiertes tun, überlegen Sie vorher auch in den Details, was man von Ihnen zu Recht erwartet. Denn es sind oft Petitessen, die den Unterschied ausmachen, ob ein Kunde einmal etwas bei Ihnen kauft, weil er keine andere Quelle kennt oder ob er erfreut und begeistert wiederholt sein Geld bei Ihnen läßt oder Ihre Leistung sogar durch Empfehlung an Dritte adelt.

Ich hatte bereits kürzlich über die Vertriebsform Vernissage berichtet, so dass ich meine Überlegungen dazu hier nicht wiederhole. Mangels weiter gehender Kunstkenntnisse unterlasse ich auch respektvoll eine Besprechung der ausgestellten Werke Menschen, die da berufener sind oder sich wenigstens dafür halten. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass die Karl Kunz Retrospektive eine kleine Perle ist, die man noch bis zum 14.10.2007 dort ansehen sollte.

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