Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Sortimentspolitik Puretea.de

Erstellt von gemeinschaft am Mittwoch 5. November 2008

Nachdem Bernd Röthlingshöfer hier mal wieder zuerst über das auch bei mir angekommene Thema geschrieben hat, muss ich wohl inhaltlich mehr bieten, damit die Leser etwas davon haben. Kein Problem:

Von dem von Bernd trefflich beschriebenen Konzept hatte mich auf dem Barcamp Berlin der Kopf von puretea.de im persönlichen Gespräch überzeugt. Das ein Zeit lang nur umschlichene Probengebinde samt Feedbackbögen strahlen eine Gediegenheit aus, die Freude macht. 4 Tassen Grüntee später nach getaner Testerarbeit ist mir sogar der graue Himmel tendenziell egal. Das Feedback des Testers kann sowohl in altmodischer Papierform (muss das wirklich noch?) oder aber im eigenen Account elektronisch sehr komfortabel abgegeben werden. Bis dahin ist alles fein. Nun denke ich mal weiter und stelle es jedem anheim, sich einen Reim darauf zu machen oder auch nicht.

  1. Wie entwickelt sich ein user-generated Sortiment, wenn je Testrunde ein Tee dazu kommt? Bilden die gewonnenen Teetester den Geschmack einer speziellen Gruppe oder tatsächlich den einer großen Gruppe wie dem Zielmarkt ab? Was könnten Korrektive sein, wenn es dem Anschein nach ein grobes Auseinanderlaufen der Testergeschmäcker und den tatsächlich bestellten Sorten gibt?
  2. Könnte man den irgendwann notwendigen Bereinigungsprozess des Sortiments ähnlich – aber mit möglicherweise geringerem Aufwand – gestalten? Geht z.B. soviel Offenheit, die x am wenigsten verkauften Teesorten im Shop zu kennzeichnen und zur bewussten Abstimmung mit dem Einkaufswagen aufzurufen?
  3. Wie sieht überhaupt der Prozess der Sortimentsstraffung in Branchen mit großen Sortimenten aus? Kann das vielleicht anders und klüger als durch Entmachtung von Produktmanagern gehen? Sortimentspolitik kann konsequent gedacht schließlich Quelle für die Wahrnehmung als alles machender Krauter oder Spezialist sein, kann Auswirkungen auf verschiedene Kosten und Erträge haben und ist jenseits des Spiels um Werbekostenzuschüsse und Regalschutzgelder im Handel ein wichtiges Aufgabenfeld.
  4. Hat schon mal jemand ein user-generated offline Handelsgeschäft konsequent durch gedacht? Das stelle ich mir recht spannend vor. Warum z.B. raten oder zählen, welche der 100 denkbaren Schokoriegel die Kunden haben wollen. Statt dessen lieber konsequent und einfach abfragen und umsetzen. Und das so einfach, dass keiner das Gefühl hat, dass das irgendwie Extraarbeit macht.

Genug der hoffentlich interessanten Fragen. Grünteegestärkt werde ich nun einige Einkäufe erledigen und die offenbar recht milde Luft genießen.

Nachtrag

  1. Hier gibt es u.a. etwas zum Thema Sortimentspolitik. Etwas auffällig dabei finde ich, dass die technorati-Suche nach “Sortimentspolitik” ganz schön viel ähnliche Treffer ergibt…

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