Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

Soziale Jobsuche

Erstellt von knutpankrath am Sonntag 23. Dezember 2012

Willkommen jedem lesewilligen Menschen. Besonders denen, die sich aus unterschiedlichen Sichten für das Phänomen Jobsuche interessieren.

social ungleich sozial

Seit Jahren ist ja alles so total “social” im Interner. Das hat entgegen unausrottbaren romantischen Vorstellungen Einiger nichts mit dem gefühlten oder gelebten Wert sozial zu tun. Es beschreibt schlicht den Ansatz, irgendwas zu bündeln. Bei facebook z.B. alle Menschen mit Internetanschluss, bei denen Jobsuchende eine unbedeutende Untergruppe darstellen. Also konzeptionell eine Sackgasse. Bei Xing oder linkedin ist die interessenorientierte Ausrichtung präziser, aber die Abdeckung der anzusprechenden Menschen niedriger. Außerdem wer schaut in solche Accounts rein, wenn es nicht um die eigenen Belange geht? Also konzeptionell eine weitere Sackgasse. OK, man kann händisch den einen oder die andere wahllos oder raffiniert durchdacht anpingen, um Hinweise auf interessante Aufgaben zu erhalten. Das hat bei mir kürzlich tollerweise funktioniert. Aber konzeptionell trotzdem eine Sackgasse gemessen an den Möglichkeiten des Webs und mit dem Begriff sozial im Hinterkopf.

Motivation möglicher Helfer

professionelle Angebote

Gerade für Menschen mit Ausbildungs- und Arbeitswege abseits genormter Berufe und Vorstellungen ist es eher vergnügungsarm, in jeweils gefühlt quartalsaktuell führenden allgemeinen oder spezialisierten Jobbörsen einen Lebenslauf einzucopypasten. Also konzeptionell eine weitere Sackgasse. Einen Schlenker, der ab einem bestimmten angestrebten Arbeitsentgelt aufwärts denkbar sein soll, liegt im Feld der Personalberatung. Hier habe ich das nicht eben ausrecherchierte aber dumpfe Gefühl, dass dort so kostenpflichtig wie gelegentlich unnütz am CV (gähn) oder dem Profil des Kandidaten gewerkelt wird. Hat der Bewerber brav genug Umsatz gebracht, kommt er vielleicht hinter die Bezahlschranke und die eigentlich gewünschte Jobresearch beginnt. Das zumindest gefühlt maklerähnliche Konstrukt kann jeder nach Gusto mögen. Für mich konzeptionell eine weitere Sackgasse. Bundesagentur für Arbeit? [ Platz für Ihre Erfahrungen... ] Ich scheine irgendwie nicht deren Zielgruppe zu sein, obschon ich zu meinem Erstaunen als Kunde betitelt werde und es eigentliche ihre -möööp- Pflicht wäre. Die Motivation dieser Angebote: Geld bzw. die zur Arbeit zwingende Gesetzeslage. Alles eher unbefriedigend extrinsisch und irgendwie seltsam.

die 3 F: friends, fools, family

Ach ja, das sind die Guten. Solche, die nicht bei jedem Gefallen durchrechnen, ob und was es ihnen bringt. Finde ich toll. In jedem einzelnen Fall. Aber, um nicht zu sagen ABER: Gemessen an der Größe meiner Kontaktwolke habe ich vergleichsweise viel Aufwand getrieben und doch nicht so viele handfeste Hinweise erhalten. Die Motivation dieser Personengruppe schätze ich ungeschützt als intrinsisch aber sehr volatil ein. Da könnte noch was gehen, wenn der richtige Ansatz gefunden würde, oder?

Soziale Jobsuche

Der bislang mäßig strukturierte und zunächst nur meinen Fall aufgreifende Buchstabensalat ruft nach einer Synthese von Geld und Sinn, die stärker das abbildet, was mich mit möglichen Helfern verbinden könnte. Und ich habe da eine Idee, die ich gern teilen möchte. Nicht nur, aber auch, weil ich per Januar 2013 dem Arbeitsmarkt in Berlin wieder zu Verfügung Stehe. Und so stelle ich mir das vor:

  • Hebel Web Natürlich gilt schreibmethodisch write once use many (einmal schreiben, mehrfach nutzen) und Basis einer sozialen Suche wird technisch betrachtet ein Blogpost.
  • Hebel Sinn An die Stelle der beschriebenen Motivatoren Geld oder gutes Gefühl setze ich Geld UND gutes Gefühl. Und wie? Wer vor dem Hintergrund meines Profils einfach mal Augen und Ohren offen hält, wird entweder namentlich oder per Pseudonym in eine 2-spaltige Liste von Unterstützern meiner Suche gepackt. Neben dem Namen wird nämlich eine gemeinnützige Organisation gelistet, der ich im Erfolgsfall 10% des ersten Monatsnettoeinkommens spenden werde. Einen Mechanismus zur Kontrolle der Spende und ihrer Höhe wird mit dem Erfolgstipgeber angesprochen, soweit mir nicht vorher allgemein Akzeptables einfällt. Konkrete Hinweise auf Jobs / Firmen nähme ich gern nichtöffentlich als E-Mail, persönliche Nachricht oder ähnlich entgegen.

Wie klingt das für den ersten Wurf? So machen oder noch dran rumhäkeln?

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