Knut Pankrath

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Sportabzeichen reloaded

Erstellt von knutpankrath am Dienstag 4. März 2014

Das deutsche Sportabzeichen hat sich meiner Beobachtung nach bei seiner Reformation an 2 Stellen deutlich verändert. Beide Änderungen finde ich zeitgemäß, auch wenn zahlreiche eingespielte Prüferteams zu Beginn vermutlich einige Extraarbeit hatten. Ich danke den Helfern an dieser Stelle herzlich, dass sie mir und anderen immer gern zur Verfügung standen und weiter stehen.

Änderungen

Differenzierung nach Leistung

Bislang waren die erwerbbaren Stufen des Sportabzeichens Bronze, Silber und Gold abhängig von der Zahl der jährlichen Wiederholungen. Wenn man es überspitzt, bestand die ausgezeichnete Leistung im Dabeibleiben über die Jahre. Im neuen System werden pro Altersklasse für Bronze, Silber und Gold steigende Anforderungen gestellt. Wir haben es nun also mit einem Leistungssportabzeichen zu tun. Ich fand es interessant zu beobachten, wie die eine oder der andere nach seiner Übung noch mal schaute, für welche Stufe die erbrachte Leistung reichte. Nicht selten gab es da ein “hmm, das kann ich noch besser und dann ist es Silber oder gar Gold.”

Alterstufen ausgeweitet

Im alten System gab es bei den Kindern für den Einstieg Anforderungen, die für 8-jährige berechnet waren. An der von mir besuchten Abnahmestelle hieß es für jüngere dann: Wenn du das schon schaffst, kannst du das natürlich machen. Natürlich war es schon cool für besonders sportliche 6-jährige, die Anforderungen Größerer zu erfüllen. Durchschnittlich sportliche Kinder unter 8 aber waren immer außen vor. Im neuen System gibt es auch altersgerechte Anforderungen für 6-jährige. Finde ich einfach nur prima. So kam es, dass meine Tochter mit 6 schon ihr erstes Sportabzeichen abgelegt hat. Die höchste ausgewiesene Altersklasse ist aktuell übrigens 90+, was glaube ich vorher auch nicht so war.

Anforderungen

Es gibt eine neue und nachvollziehbarere Sortierung der einzelnen Sportarten, die sich in den 4 Gruppen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination wiederfinden. Aus jeder der Gruppen ist eine Disziplin frei wählbar.

Ausdauer

Hierzu zählen

  • der 3.000 Meter Lauf (im Stadion 7,5 Runden)
  • der 10 km Lauf (im Stadion 25 Runden)
  • 7,5 km Walking/Nordic Walking
  • Schwimmen (altersabhängige Länge) oder
  • 20 km Radfahren.

In meiner Altersklasse habe ich für 3.000 Meter folgende Zeiten: für Bronze 23:20, für Silber 20:20 und für Gold 17:20. Die 17:20 entsprechen 5:47 pro Kilometer.

Kraft

Hierzu zählen

  • Medizinball [werfen]
  • Kugelstoßen
  • Steinstoßen
  • Standweitsprung und
  • Gerätturnen.

Erkenntnis des Jahres 2013: Wer die Technik für Diskuswurf drin hat, wird Spaß mit dem Medizinball haben. Und Steinstoßen ist herrlich archaisch. Und wer Parkour mag, wird Standweitsprung lieben. 8-)

Schnelligkeit

Fix mal aufgezählt und eine Anekdote angehängt.

  • Laufen (Sprint, altersabhängige Länge)
  • 25 m Schwimmen
  • 200 m Radfahren
  • Gerätturnen

Nehmen wir eine Kursleiterin für Aerobic und andere mich nicht so sehr lockende Rudelbewegungsmoden. Sie sei eher Ende 40 und leichtathletisch weniger geübt. Die rennt ihren Sprint und 15 Meter vor dem Ziel geht der vorher bereits mehr bemühte als gekonnte Laufstil in schnelles Hunpeln über. Autsch. Was macht der Sportler spätestens mit 30? Sich ordentlich warm! Vor einem Sprint sind 2 Aufwärmrunden und ein paar Übungen aus dem Lauf-ABC absolute Pflicht. Eine Zerrung ist schmerzhaft und gar nicht cool. Kennen Sie keine Übungen? Fragen Sie andere oder schauen Sie, was die machen und hängen sich ran.

Koordination

Wenn ich das System verstehe, geht es hier um Übungen, die jeweils mindestens 2 Elemente zu einer komplexeren Übung verbinden. So besteht der von mir bevorzugte Hochsprung im Idealfall aus einem gezielten Anlauf, einem explosiven Absprung, einer beweglichen Arbeit über der Latte und einer sicheren Landung. Das sind schon andere Anforderungen, als mal eben 100 Meter Volldampf geradeaus zu rennen. In dieser Gruppe besteht die Auswahl aus

  • Hochsprung
  • Weitsprung
  • Schleuderball
  • Seilspringen
  • Gerätturnen

In meiner Wahrnehmung ersetzt Schleuderball aus nur teilweise nachvollziehbaren Gründen den in meinen Augen schickeren Diskuswurf. Aber nicht jeder Verein verfügt über einen Abwurfkäfig und ein Diskus ist auch gefährlicher, wenn er nicht sachgemäß und gekonnt geworfen wird.

Organisation

Alles, was Sie auf den ersten, zweiten und dritten Blick vielleicht noch wissen wollen, wurde auf der Sportabzeichen Webseite vom Deutscher Olympischer Sportbund für Sie zusammengestellt. Besser natürlich: Hingehen, zuschauen, mitmachen! Ich freue mich schon, wenn die Freiluftsaison beginnt und ich überprüfen kann, was ich noch zu leisten im Stande bin. In Moabit treffen sich Freunde des Sportabzeichens beim TSV Gutsmuths 1861.

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