Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

  • Umfragen

    Sorry, there are no polls available at the moment.
  • Werbung

StarTUp Pitch Berliner Volksbank 2015

Erstellt von knutpankrath am Montag 7. Dezember 2015

Der StarTUp Pitch Berliner Volksbank ist ein in sich geschlossener inhaltlicher Block im Rahmen des Erfolgsformates Alumni.Angel.Abend der TU Berlin. Ich betrachte diesen Block hier losgelöst vom Gesamtabend. Bereits 2011 fand ein Block Pitches statt, den ich seinerzeit kurz beschrieben habe. Ich stelle die beiden unterschiedlichen Formate gegeneinander und schließe mit einigen Wünschen. Ist ja Adventszeit.

Format 2011

  • Gesamtdauer: 75″
  • Anzahl der Pitchenden: 5
  • Pitchdauer: 15″
  • Pitchform: 7″ Vortrag, 8″ Publikumsfragen
  • räumlicher Rahmen: geschlossener Raum
  • Moderator/Firma: Marc Tympner (CatCap GmbH)

Format 2015

  • Gesamtdauer: 45″
  • Anzahl der Pitchenden: 10
  • Pitchdauer: 4″
  • Pitchform: 4″ Vortrag, keine Publikumsfragen
  • räumlicher Rahmen: Lichthof der TU Berlin
  • Moderator/Firma: Klaus-Martin Steinmüller (Berliner Volksbank)

Gedanken zu Formatunterschieden

  • Gesamtdauer. Nehmen wir die beiden Planzahlen, wurde der Programmpunkt in der Länge um 40% gekürzt.
  • Anzahl der Pitchenden. Das Wachstum von 5 auf 10 zeigt mir einen Trend zu einer Ausweitung des Themas Entrepreneurship/Unternehmensgründung bei der TU. Ob sich das Momentum von Wachstum und nachhaltiger Gründung in solchen Zahlen ausdrücken lässt, fände ich eine interessante Diskussion.
  • Pitchdauer. Die Verkürzung der Einzelpitchzeit um mehr als 2/3 hat für mich mehrere Aspekte. Die unaufgeregte, abgeklärte und bereis geübtere Elite unter den Pitchenden hat sicher von der Verkürzung profitiert. Ob die Zeit objektiv für einen Pitch reicht, in dem meist ein für Nichtexperten komplexer Zusammenhang UND ein Geschäftsmodell auszurollen ist, bezweifle ich ehrlich gesagt.
  • Pitchform. Das Ausgliedern von Publikumsfragen auf die Gespräche nach den Pitches sehe ich mehrfach kritisch. Das alte Format hatte eine höhere gefühlte Aufmerksamkeit, die sich u.a. daraus speiste, dass Spezialisten vor Publikum ihre Fragen stellen konnten. In diesen Fragen steckte aus meiner Sicht wertvolles Feedback und wenn einer die Frage gestellt hat, musste sie nicht von anderen wiederholt werden. Und im System von Wirtschaft gedacht wird im neuen Format der Anbieter in den Vordergrund geschoben und der Markt auf später vertagt. Das finde ich systemisch nicht pfiffig.
  • räumlicher Rahmen. Hier bin ich zwiespältig. Der Gewinn von Platz durch den Umzug in den Lichthof bedeutet theoretisch mehr Zuhörer. Ob das die Intimität und das akustisch konzentriertere Arbeiten im geschlossenen Raum aufwiegt, mag ich noch nicht entscheiden. Ich hätte dazu Teilnehmer des Pitches fragen sollen. Habe ich aber versäumt.
  • Moderator/Firma. Hier hieße auf das Bild von Fußball auweichend zwei verschiedene Stürmertypen zu vergleichen. Knifflich. Der Vollblut-VC-Pitch-Zeremonienmeister gegen den prozessorientierten Systemspieler von der Bank. Sagen wir es mal so, ich habe Präferenzen, packe meine Kritik aber mal auf den Wunschzettel. Immer hübsch konstruktiv mitdenken und so…

Wunschzettel

Ich habe keine Strichliste über die Verstöße gegen meine Erwartungshaltung einer professionellen Moderation geführt, aber Wünsche für die Zukunft an Herrn Steinmüller:

  • Es wäre schön, würde bei zukünftigen Veranstaltungen das Mikrofon durchgängig bei dem oder der Sprechenden, damit alle alles hören, was auf der Bühne gesprochen wird.
  • Ich würde es begrüßen, wenn überleitende Fragen an den Pitchenden auf der Bühne aufmerksamen Zuhörern nicht innerlich ein “Kam doch in den spärlichen 4 Minuten vor” in den Sinn oder auf die Lippen brächte. Oder kurz: Bitte aufmerksamer auf den Vortrag achten.
  • Ich fände für den Moderator eine einheitlich wirkende professionelle Distanz schön. Das im Gründungsgeschäft zuweilen vermischende leicht gönnerhaft wirkende Duzen eines Partners, der im Zweifel NICHT auf Augenhöhe agiert, ist wirklich schwierig und es kann nicht jeder. Es fühlt sich auch nicht jeder wohl dabei.
  • Ich würde mir Fragen an die Pitchenden wünschen, die so viel Substanz haben, dass die Antwort darauf für das Publikum einen Mehrwert hat bzw. die Pitchenden nicht nur eine Zahl oder eine Anekdote abspulen lässt sondern das Zeug hat, sie weiter zu bringen. Die Pitchenden haben vermutlich teilweise sehr viel Zeit, Energie und Liebe aufgewendet, um in 4 Minuten etwas zu erzählen. Das gilt es aus meiner Sicht durch konzentrierte Begleitung deutlich wertzuschätzen.

Nachklapp

Mir ist klar, dass ich auf hohem Niveau jammere. Ich hoffe dabei, dem Format Fragen zur Überprüfung mit in die Zukunft gegeben zu haben. Und sollte meine Kritik zu harsch geraten sein: Ist nicht persönlich gemeint, mir liegen die Pitchenden und um gute Konzepte ringenden Menschen mehr am Herzen als wir, die wir sie z.B. alsModerator oder als Aufbauagentur irgendwie auf einem Stück des Wegs begleiten.

Gepitcht haben 2015 übrigens:

  1. Cellbricks Bioprinting
  2. Teraki GmbH
  3. Nano-Join UG
  4. Shopboostr UG
  5. Siut UG
  6. Factor-E Analytics GmbH
  7. Happy Pils
  8. nuu Text & Data Analytics GmbH
  9. FDX Fluid Dynamics GmbH
  10. Aklamio GmbH

Verwandte Beiträge

Ein Kommentar zu “StarTUp Pitch Berliner Volksbank 2015”

  1. Knut Pankrath » Blog Archiv » BPW Kontaktabend 1/2016 sagt:

    [...] weiteren Anreiz zu kitzeln, ist das sicher eine gute Idee. Mit Shopboostr und Siut kannte ich vom StarTUp Pitch Berliner Volksbank 2015 schon 2 der 3 Pitcher. Gut haben das alle 3 gemacht, wenn auch beim Nutzenversprechen eines Teams [...]