Knut Pankrath

Dienstleister und Mensch

#stopkillingcyclists

Erstellt von knutpankrath am Sonntag 3. Dezember 2017

Mahnwache

stopkillingcyclists

#stopkillingcyclists, Mahnwache, Geisträder

Gestern habe ich an einer Mahnwache für einen von einem Autofahrer durch Unachtsamkeit und fehlende Radinfrastruktur getöteten Radfahrer teilgenommen. Es sind sehr oft unschöne Anlässe, zu denen Radaktivisten und Bürger ihren Protest im wahrsten Sinne auf die Straße tragen. Aber es ist gut, dass da Menschen sind, die zum Innehalten zwingen und der sagen wir mal nicht gerade handlungsfähigen Politik und Öffentlichkeit wenigstens den Spiegel vorhalten.

Falschparker

Da kam ich also immer noch traurig und auch wütend nach Hause, als sich folgendes zutrug: Auf der Turmstraße in Moabit kam ein PKW an und parkte in aller Seelenruhe auf dem Radstreifen (Das ist für mich nebenbei gesagt eher verschüttete Farbe als Radfahrer sichernde Infrastruktur.) vor einem Restaurant. Ich blieb stehen und schaute das an. Der Fahrer kam sofort und in meiner Wahrnehmung aggressiv auf mich zu und fragte, was ich schaue. Ich wies ihn darauf hin, dass das kein Parkplatz sei. Er pampte herum, ich sei ja gar nicht mit dem Rad unterwegs und er wolle ja nur kurz… Seinen beilidigenden Ton tue ich mal bei Seite, seine Ignoranz nehme ich einen Tag später immer noch übel. Ob der Mann dort arbeitet, Gast oder Lieferant war, hat sich mir nicht erschlossen.

(Das per Mobiltelefon geschossene Bild des falsch parkenden Fahrzeugs war ob meiner Wut so verwackelt, dass es als Beweis für eine Anzeige leider nicht tauglich war.)

Verantwortung, Fehlanzeige

Es fällt schwer, das präzise und nicht beleidigend zu formulieren. Ich versuche es trotzdem mal. Nach meiner jahrelangen Beobachtung wird vor dem Recep Usta Köfteci schon immer so überdurchschnittlich wie folgenlos rücksichtslos geparkt. In einer besseren Welt würden die Mitarbeiter, die bei Teilen ihrer Arbeit in Küche und Service beste Sicht auf die Straße haben, ihre Kunden und Lieferanten bitten, dort ordentlich zu parken. Ich behalte meine Theorie, warum sie das nicht tun, besser für mich.

Folgen

Ich streiche das Recep Usta Köfteci von meiner Besuchs- und Empfehlungsliste. Ich verstehe nun wieder ein Stück besser, warum Aktivisten und Organisationen für eine andere Mobilität (z.B. Radentscheid, Autos raus) sich teilweise radikalisieren und statt auf Dialog auf Konfrontation gegen die direkt und indirekt tödliche staatlich gehätschelte Blechlawine setzen. Wenn sich derzeit R2G für ein Jahr Regierung feiert, frage ich mich, ob und wann mal was in Sachen Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer in der Fläche ankommt…

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